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Tagesgeld: So funktioniert es, was es bringt und worauf du achten musst

Fakten und Zahlen geprüft am

Bildschirm mit Prozentzeichen und steigender Kurve, daneben Münzstapel und Sanduhr – Zinsen auf dem Tagesgeldkonto

Hinweis zu Steuerthemen: Wir sind keine Steuerberater und leisten keine Steuerberatung. Dieser Artikel beruht auf unserer sorgfältigen Recherche in öffentlich zugänglichen Quellen wie Gesetzestexten und Veröffentlichungen der Finanzverwaltung und gibt unsere Einschätzung wieder. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall: Lass deine persönliche Steuersituation bitte von einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein prüfen, bevor du handelst. Mehr dazu.

Tagesgeld ist ein verzinstes Sparkonto, auf das du jederzeit zugreifen kannst. Der Zins ist variabel: Die Bank kann ihn ändern, solange sie keine Zinsgarantie gegeben hat. Im Durchschnitt zahlten Banken in Deutschland im August 2026 nur 0,51 % auf täglich fällige Einlagen von Privatkunden (Bundesbank, vorläufiger Wert). Einzelne Angebote liegen deutlich darüber, deshalb lohnt sich der Vergleich. Einlagen sind bis 100.000 € pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jederzeit verfügbar, ohne feste Laufzeit – ideal für den Notgroschen.
  • Durchschnittszins laut Bundesbank im August 2026: 0,51 %. Die EZB hat ihren Einlagesatz am 16. September 2026 auf 2,50 % angehoben.
  • Hohe Zinsen gelten oft nur für Neukunden und nur für einige Monate.
  • Gesetzliche Einlagensicherung: bis 100.000 € pro Kunde und Bank.

So funktioniert ein Tagesgeldkonto

Ein Tagesgeldkonto ist kein Girokonto: Du zahlst damit nicht im Alltag, sondern parkst Geld, das Zinsen bringen soll. Ein- und Auszahlungen laufen meist über ein festes Referenzkonto, in der Regel dein Girokonto. Es gibt keine Laufzeit und keine Kündigungsfrist – Geld, das du abziehst, ist üblicherweise nach einer normalen Überweisung auf deinem Girokonto. Die Zinsen schreibt die Bank je nach Vertrag monatlich, vierteljährlich oder jährlich gut.

Wie hoch sind die Tagesgeldzinsen aktuell?

Die Bundesbank veröffentlicht jeden Monat, wie viel Zinsen Banken in Deutschland im Durchschnitt zahlen. Einzelne Angebote können deutlich darüber liegen, oft aber nur befristet für Neukunden.

Durchschnittliche Effektivzinsen für Einlagen privater Haushalte, Neugeschäft (Deutsche Bundesbank, Stand Oktober 2026)
EinlageartAugust 2025August 2026*
Täglich fällig (Tagesgeld, Sichteinlagen)0,43 %0,51 %
Festgeld bis 1 Jahr1,76 %2,28 %
Festgeld über 1 bis 2 Jahre1,98 %2,64 %

* vorläufiger Wert. In den täglich fälligen Einlagen sind auch Guthaben auf Girokonten enthalten, die oft gar nicht oder kaum verzinst werden. Der Durchschnitt ist deshalb nur bedingt mit einzelnen Tagesgeldangeboten vergleichbar.

Wichtig für die Richtung: Die Europäische Zentralbank hat ihren Einlagesatz 2026 zweimal erhöht, zum 17. Juni auf 2,25 % und zum 16. September auf 2,50 %. Beim Durchschnittszins für täglich fällige Einlagen ist davon bis August wenig angekommen. Er stieg binnen eines Jahres nur von 0,43 % auf 0,51 %, während Festgeld bis ein Jahr um gut einen halben Prozentpunkt zulegte.

Was der Zins in Euro ausmacht

Beispiel: Jonas hat 10.000 € auf dem Tagesgeldkonto. Bekommt er den Durchschnittszins von 0,51 %, sind das nach einem Jahr 51 €. Bei einem angenommenen Zins von 2,5 % wären es 250 € – bei monatlicher Zinsgutschrift dank Zinseszins sogar 252,88 €. Die Annahme dient nur der Veranschaulichung; tatsächliche Angebote ändern sich laufend.

Wie viel ein Betrag über mehrere Jahre bringt, zeigt der Zinseszinsrechner.

Neukundenzinsen und Zinsgarantie: genau hinsehen

Viele Banken werben mit hohen Zinsen, die nur für Neukunden und nur für wenige Monate gelten. Danach fällt der Zins oft auf ein deutlich niedrigeres Niveau. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät deshalb, genau hinzuschauen – wer bereit ist, sein Geld von Zeit zu Zeit umzuschichten, kann aber davon profitieren. Prüfe bei jedem Angebot:

  • Wie lange gilt der Aktionszins, und wie hoch ist der Zins danach?
  • Gilt der Zins für den gesamten Betrag oder nur bis zu einer Obergrenze?
  • Ist der Zins garantiert, oder darf die Bank ihn jederzeit senken?
  • Ist das Konto kostenlos, und gibt es Bedingungen wie einen Gehaltseingang?
  • Welche Einlagensicherung gilt?

Wie sicher ist Tagesgeld?

Einlagen auf Tagesgeldkonten sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt (§ 8 Einlagensicherungsgesetz). In bestimmten Fällen gilt für sechs Monate ein erhöhter Schutz bis 500.000 €, etwa für Geld aus dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie oder für Zahlungen, die an Lebensereignisse wie Heirat, Scheidung, Renteneintritt oder Entlassung geknüpft sind. Die Entschädigung muss in der Regel innerhalb von sieben Arbeitstagen ausgezahlt werden (§ 14 EinSiG). Viele deutsche Banken sind zusätzlich freiwilligen Sicherungssystemen angeschlossen.

Bei Banken aus anderen EU-Staaten gilt die Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Die Grenze von 100.000 € ist EU-weit gleich, im Ernstfall zahlt aber das Sicherungssystem des Sitzlandes. Wer deutlich mehr als 100.000 € anlegen will, sollte das Geld nach Rat der Verbraucherzentrale Hamburg auf mehrere Banken verteilen.

Wie Tagesgeldzinsen besteuert werden

Zinsen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € im Jahr, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 €, bleiben sie steuerfrei (§ 20 Abs. 9 EStG). Damit die Bank keine Steuern abzieht, brauchst du einen Freistellungsauftrag. Darüber hinaus behält eine deutsche Bank Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ein.

Ausländische Banken ziehen in der Regel keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Dann musst du die Zinsen selbst in der Steuererklärung (Anlage KAP) angeben (§ 32d Abs. 3 EStG).

Tagesgeld oder Festgeld?

Tagesgeld eignet sich für Geld, auf das du jederzeit zugreifen willst, vor allem den Notgroschen. Wie groß dein Notgroschen sein sollte, berechnest du mit dem Notgroschen-Rechner. Festgeld bindet dein Geld für eine feste Laufzeit, dafür ist der Zins sicher – derzeit liegt es im Durchschnitt deutlich über dem Tagesgeld. Für langfristigen Vermögensaufbau über viele Jahre kommen eher breit gestreute ETFs infrage; den Einstieg erklärt unser Ratgeber Geld anlegen für Anfänger.

Häufige Fragen

Kann ich jederzeit an mein Tagesgeld?

Ja. Es gibt keine Laufzeit und keine Kündigungsfrist. Meist überweist du das Geld auf dein Referenzkonto; je nach Bank dauert das einen Bankarbeitstag oder ist per Echtzeitüberweisung sofort da.

Darf die Bank den Tagesgeldzins senken?

Ja, der Zins ist variabel. Nur bei einer vereinbarten Zinsgarantie bleibt er für den garantierten Zeitraum gleich.

Wie viele Tagesgeldkonten darf ich haben?

So viele du willst. Achte darauf, deinen Sparerpauschbetrag sinnvoll auf die Freistellungsaufträge zu verteilen – insgesamt höchstens 1.000 € (bei Zusammenveranlagung 2.000 €).

Ist Tagesgeld bei einer ausländischen Bank sicher?

Innerhalb der EU sind Einlagen ebenfalls bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt, allerdings über die Einlagensicherung des Sitzlandes der Bank.