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Festgeld oder Tagesgeld? So entscheidest du richtig

Fakten und Zahlen geprüft am

Tagesgeld passt für Geld, auf das du jederzeit zugreifen willst – vor allem den Notgroschen. Festgeld passt für Geld, das du für eine feste Zeit sicher nicht brauchst, und bringt dafür einen garantierten Zins. Im August 2026 lag der Durchschnittszins laut Bundesbank für Festgeld bis ein Jahr bei 2,28 %, für täglich fällige Einlagen bei 0,51 % (vorläufige Werte). Gute Tagesgeldangebote liegen deutlich über diesem Durchschnitt, deshalb lohnt sich der Vergleich einzelner Angebote. Bei beiden gilt: Mit einer Inflationsrate von 3,3 % im September 2026 (Destatis, vorläufig) verliert Erspartes derzeit real an Kaufkraft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tagesgeld: jederzeit verfügbar, Zins variabel.
  • Festgeld: Zins für die ganze Laufzeit sicher, Geld dafür gebunden.
  • Beide sind bis 100.000 € pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert.
  • Oft sinnvoll: Notgroschen aufs Tagesgeld, planbare Rücklagen ins Festgeld.

Der Vergleich auf einen Blick

TagesgeldFestgeld
Verfügbarkeitjederzeiterst am Ende der Laufzeit, vorzeitig meist nicht
Zinsvariabel, kann jederzeit sinken oder steigenfest für die gesamte Laufzeit
Durchschnittszins August 2026 (Bundesbank, vorläufig)0,51 %*2,28 % (bis 1 Jahr) bis 2,72 % (über 2 Jahre)
Einlagensicherungbis 100.000 € pro Kunde und Bankbis 100.000 € pro Kunde und Bank
Geeignet fürNotgroschen, Geld mit unklarem ZeitpunktRücklagen für einen festen Termin, Geld für die Zeit danach

* Durchschnitt aller täglich fälligen Einlagen privater Haushalte, einschließlich Girokonten, die oft kaum verzinst werden. Einzelne Tagesgeldangebote liegen deutlich darüber.

Wann Tagesgeld die bessere Wahl ist

  • Notgroschen: Für unerwartete Ausgaben wie eine Reparatur oder eine Nachzahlung muss das Geld sofort verfügbar sein.
  • Unklarer Bedarf: Wenn du nicht weißt, wann du das Geld brauchst, etwa für eine Anschaffung „irgendwann im nächsten Jahr“.
  • Wenn du auf steigende Zinsen setzt: Steigen die Marktzinsen, geben Banken das beim Tagesgeld meist zeitverzögert weiter – du profitierst, ohne gebunden zu sein.

Wie Tagesgeld funktioniert und worauf du bei Neukundenangeboten achten solltest, steht im Ratgeber Tagesgeld.

Wann Festgeld die bessere Wahl ist

  • Fester Termin: Du sparst für etwas mit bekanntem Datum, zum Beispiel ein Auto in zwei Jahren.
  • Sicherheit beim Zins: Du willst wissen, wie viel du am Ende bekommst, egal wie sich die Zinsen entwickeln.
  • Wenn du mit sinkenden Zinsen rechnest: Dann sicherst du dir den heutigen Zins für die Laufzeit.

Mehr zu Laufzeiten, Zinsgutschrift und automatischer Verlängerung erklärt unser Ratgeber Festgeld.

Der Realzins: Was nach der Inflation übrig bleibt

Entscheidend für die Kaufkraft ist nicht der Zins allein, sondern der Zins im Verhältnis zur Inflation. Destatis meldete für September 2026 vorläufig eine Inflationsrate von 3,3 %. Bliebe sie ein Jahr lang auf diesem Niveau, sähe es für 10.000 € so aus:

Kaufkraft von 10.000 € nach einem Jahr bei 3,3 % Inflation (vor Steuern, gerundet)
Anlage (Durchschnittszins laut Bundesbank)Kaufkraft nach 1 JahrRealzins
Täglich fällige Einlagen, 0,51 %9.729,91 €−2,70 %
Festgeld bis 1 Jahr, 2,28 %9.901,26 €−0,99 %

Die Rechnung ist eine Momentaufnahme: Wie sich die Inflation entwickelt, weiß niemand vorher. Sie zeigt aber, warum der Zinsunterschied zählt und warum Sparkonten vor allem für Sicherheit und Liquidität da sind, nicht für den langfristigen Vermögensaufbau. Wie sich Inflation über mehrere Jahre auswirkt, zeigt der Inflationsrechner.

Beides kombinieren

Du musst dich nicht für eines entscheiden. Eine einfache Aufteilung:

  1. Notgroschen aufs Tagesgeld. Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel einen Puffer von zwei bis drei Monatsgehältern.
  2. Planbare Rücklagen ins Festgeld, mit einer Laufzeit, die zum Termin passt.
  3. Mehrere Festgelder staffeln („Festgeld-Leiter“), damit regelmäßig ein Teil frei wird.

Für Geld, das du viele Jahre nicht brauchst, kommen neben Sparkonten auch breit gestreute ETFs infrage – mit höheren Ertragschancen, aber Kursschwankungen.

Häufige Fragen

Was ist sicherer, Festgeld oder Tagesgeld?

Beide sind gleich sicher: Es handelt sich um Einlagen, die durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt sind.

Lohnt sich Festgeld 2026?

Im Durchschnitt bringt Festgeld laut Bundesbank deutlich mehr Zinsen als täglich fällige Einlagen. Ob es sich für dich lohnt, hängt davon ab, ob du auf das Geld verzichten kannst und wie gute Tagesgeldangebote im Vergleich dastehen.

Kann ich Festgeld vorzeitig auflösen?

In der Regel nicht. Ob und zu welchen Bedingungen es Ausnahmen gibt, regelt der Vertrag mit der Bank.

Werden Zinsen auf Festgeld und Tagesgeld gleich besteuert?

Ja, beides sind Einkünfte aus Kapitalvermögen. Beim Festgeld kommt es zusätzlich darauf an, in welchem Jahr die Zinsen ausgezahlt werden.