Kryptokurse werden geladen …
Steuern

Neuer Wehrdienst 2026: So viel Sold gibt es brutto und netto – Steuern, Sozialversicherung, Zuschüsse

Fakten und Zahlen geprüft am

Hinweis zu Steuerthemen: Wir sind keine Steuerberater und leisten keine Steuerberatung. Dieser Artikel beruht auf unserer sorgfältigen Recherche in öffentlich zugänglichen Quellen wie Gesetzestexten und Veröffentlichungen der Finanzverwaltung und gibt unsere Einschätzung wieder. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall: Lass deine persönliche Steuersituation bitte von einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein prüfen, bevor du handelst. Mehr dazu.

Wer seit 2026 freiwilligen Wehrdienst leistet, bekommt laut Bundeswehr rund 2.600 € brutto im Monat; wer sich für mindestens zwölf Monate verpflichtet und damit Soldat auf Zeit wird, rund 2.700 €. Nach dem Musterbeispiel der Bundeswehr bleiben einem 18-jährigen Schützen in Steuerklasse I davon 2.207,43 € netto. Der Sold ist lohnsteuerpflichtig – steuerfrei ist nach § 3 Nr. 5 EStG nur der Sold von Wehrpflichtigen. Sozialversicherungspflichtig sind freiwillig Wehrdienstleistende zwar auch, die Beiträge übernimmt aber vollständig die Bundeswehr. Dazu kommen Leistungen wie kostenlose Unterkunft in der Kaserne, truppenärztliche Versorgung, freie Bahnfahrten und ein Führerscheinzuschuss.

Das Wichtigste in Kürze

  • Freiwilliger Wehrdienst: mindestens sechs, höchstens elf Monate, rund 2.600 € brutto.
  • Ab zwölf Monaten Soldat auf Zeit, rund 2.700 € brutto.
  • Lohnsteuer wird abgezogen, Sozialversicherungsbeiträge zahlt die Bundeswehr.
  • Männer ab Jahrgang 2008 müssen einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung.

Sold brutto und netto: Beispiele der Bundeswehr

Musterberechnungen der Bundeswehr für freiwillig Wehrdienstleistende (Stand März 2026, mit Kirchensteuer)
Schütze, 18, ledig, Klasse IObergefreiter, 23, ledig, Klasse IGefreiter, 25, verheiratet, 1 Kind, Klasse IV
Wehrsold (Grundbetrag)2.600,00 €2.650,00 €2.630,00 €
Kinderzuschlag––115,00 €
Steuerbrutto2.671,25 €2.721,25 €2.745,00 €
Lohnsteuer360,16 €374,16 €380,83 €
Kirchensteuer32,41 €33,67 €24,11 €
Netto2.207,43 €2.242,17 €2.340,06 €

Beim Steuerbrutto der Ledigen ist ein Sachbezug für die Unterkunft in der Kaserne von 71,25 € eingerechnet – die kostenlose Unterkunft ist ein geldwerter Vorteil und erhöht die Lohnsteuer leicht. Ohne Kirchenmitgliedschaft entfällt die Kirchensteuer. Die meisten Rekruten werden laut Bundeswehr nach drei Monaten zum Gefreiten befördert und verdienen dann etwas mehr. Die tatsächlichen Bezüge hängen von der persönlichen Situation ab.

Steuern: Warum der Sold nicht steuerfrei ist

Steuerfrei sind nach § 3 Nr. 5 EStG die Bezüge von Wehrpflichtigen, die Dienst nach § 4 des Wehrpflichtgesetzes leisten. Der neue Wehrdienst ist aber freiwillig, und der Sold freiwillig Wehrdienstleistender wird wie Arbeitslohn versteuert. Die Bundeswehr zieht die Lohnsteuer monatlich ab.

  • Steuererklärung kann sich lohnen: Die Lohnsteuer wird monatlich so berechnet, als würdest du das ganze Jahr so viel verdienen. Wer nur einige Monate im Jahr dient – etwa nach dem Schulabschluss im Sommer –, hat ein niedrigeres Jahreseinkommen und kann mit einer Steuererklärung Lohnsteuer zurückbekommen. Fristen und Ablauf: Steuererklärung: Fristen.
  • Steuerklasse: Ledige haben Klasse I. Verheiratete können die Klassenkombination prüfen – siehe Steuerklassen.
  • Kindergeld: Laut Bundeswehr wird es auf Antrag durch die Familienkasse gewährt. Die Voraussetzungen erklärt der Ratgeber Kindergeld.

Zusätzliche Leistungen

Leistungen für Wehrdienstleistende (Angaben der Bundeswehr)
LeistungDetails
Unterkunftunentgeltlich in der Gemeinschaftsunterkunft der Kaserne
Verpflegungdrei Mahlzeiten am Tag, insgesamt etwa 10 € täglich
Gesundheitunentgeltliche truppenärztliche Versorgung, keine Beiträge zur Krankenkasse
Bahnfahrtenkostenlos in Uniform in Deutschland; laut Bezügeübersicht kostenfreie Zugfahrt 2. Klasse zwischen Standort und Wohnort
Führerscheinzuschussbis 3.500 € für Klasse B, bis 5.000 € für Lkw – bei Dienstantritt ab 1. Januar 2026 und mindestens zwölf Monaten Dienst
Entlassungsgeld100 € je geleistetem Monat, wenn mindestens sechs Monate und ein Tag Dienst geleistet wurden
Vermögenswirksame Leistungenkein Anspruch

Beispiel: Lukas, 18, dient elf Monate als freiwillig Wehrdienstleistender. Nach dem Musterbeispiel bekommt er rund 2.207 € netto im Monat; nach seiner Beförderung zum Gefreiten etwas mehr. Für Essen fallen etwa 10 € pro Tag an, Unterkunft und ärztliche Versorgung sind kostenlos. Zum Ende erhält er 1.100 € Entlassungsgeld (11 × 100 €). Den Führerscheinzuschuss bekommt er nicht – dafür hätte er sich mindestens zwölf Monate verpflichten müssen.

Fragebogen und Musterung

Seit dem 1. Januar 2026 bekommen deutsche Staatsangehörige ab dem Geburtsjahrgang 2008 nach ihrem 18. Geburtstag einen Online-Fragebogen. Männer müssen ihn wahrheitsgemäß beantworten und zur Musterung gehen; für andere ist die Antwort freiwillig. Der Dienst selbst ist freiwillig. Fragen beantwortet die Bundeswehr unter der kostenlosen Hotline 0800 9903300.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man im neuen Wehrdienst?

Rund 2.600 € brutto im Monat als freiwillig Wehrdienstleistender, rund 2.700 € als Soldat auf Zeit ab zwölf Monaten.

Wie viel bleibt netto?

Im Musterbeispiel der Bundeswehr für einen 18-jährigen Schützen in Steuerklasse I mit Kirchensteuer 2.207,43 € im Monat.

Ist der Wehrsold steuerfrei?

Nein. Steuerfrei sind nur Bezüge von Wehrpflichtigen nach dem Wehrpflichtgesetz. Der Sold im freiwilligen Wehrdienst ist lohnsteuerpflichtig.

Muss ich Sozialversicherungsbeiträge zahlen?

Nein. Freiwillig Wehrdienstleistende sind zwar sozialversicherungspflichtig, die Beiträge übernimmt aber vollständig die Bundeswehr.