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Sparbuch kündigen und auflösen: Kündigungsfrist, 2.000-€-Regel und alte Sparbücher

Fakten und Zahlen geprüft am

Ein Sparbuch kündigst du schriftlich, online oder in der Filiale; das Geld bekommst du nach Ablauf der Kündigungsfrist, die bei Spareinlagen in der Regel drei Monate beträgt. Ohne Kündigung kannst du über bis zu 2.000 € pro Sparkonto und Kalendermonat verfügen – das entspricht den Vorgaben für Spareinlagen in § 21 Abs. 4 der Kreditinstituts-Rechnungslegungsverordnung. Hebst du mehr ab, ohne zu kündigen, berechnen viele Banken nach ihren Sparbedingungen Vorschusszinsen. Zum Auflösen musst du das Sparbuch vorlegen. Und selbst ein Sparbuch, das jahrzehntelang in der Schublade lag, ist nicht automatisch wertlos.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kündigungsfrist meist drei Monate; maßgeblich sind deine Sparbedingungen.
  • Bis 2.000 € pro Monat ohne Kündigung verfügbar.
  • Das Sparbuch ist ein Legitimationspapier – wer es vorlegt, kann unter Umständen Geld abheben. Gut aufbewahren!
  • Alte Sparbücher: Der Anspruch verjährt in der Regel erst nach einer Kündigung.

Kündigungsfrist und 2.000-€-Regel

Banken dürfen Gelder nur dann als Spareinlagen ausweisen, wenn sie unter anderem eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten haben und nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt sind. Erlaubt ist, dass du ohne Kündigung bis zu einem Betrag verfügst, der 2.000 € pro Sparkonto und Kalendermonat nicht übersteigt (§ 21 Abs. 4 RechKredV). Die meisten Sparbuchbedingungen sind genau so gestaltet; manche Institute vereinbaren längere Fristen.

Wie du an dein Geld kommst
BetragOhne KündigungMit Kündigung
bis 2.000 € im Kalendermonatsofort–
mehr als 2.000 € im Monatnur gegen Vorschusszinsen, wenn die Bank zustimmtnach Ablauf der Kündigungsfrist
ganzes Guthabenüber mehrere Monate in 2.000-€-Schrittennach Ablauf der Frist, Konto wird aufgelöst

Tipp: Brauchst du 5.000 € nicht sofort, kannst du im Oktober 2.000 €, im November 2.000 € und im Dezember die restlichen 1.000 € abheben – ganz ohne Kündigung und Vorschusszinsen. Wie Vorschusszinsen berechnet werden, regelt das Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank.

So kündigst und löst du ein Sparbuch auf

  1. Kündigung erklären: schriftlich, im Online-Banking oder in der Filiale. Lass dir den Eingang und das Ende der Kündigungsfrist bestätigen.
  2. Frist abwarten: Bis zum Ablauf wird das Guthaben in der Regel weiter verzinst.
  3. Sparbuch vorlegen: Die Bank muss nur gegen Aushändigung der Urkunde zahlen (§ 808 Abs. 2 BGB). Nimm deinen Ausweis mit.
  4. Auszahlung oder Überweisung: Lass dir das Geld am besten auf dein Girokonto überweisen. Für Barauszahlungen größerer Beträge verlangen viele Filialen eine Vorbestellung.

Lohnt sich das Umschichten? Sparbücher bringen oft weniger Zinsen als ein Tagesgeldkonto, das ebenfalls täglich verfügbar ist. Welche Variante zu deinem Plan passt, zeigt der Vergleich Festgeld oder Tagesgeld.

Sparbuch verloren

Das Sparbuch ist ein sogenanntes qualifiziertes Legitimationspapier: Die Bank darf mit befreiender Wirkung an den Inhaber der Urkunde zahlen, ohne dass dieser einen Anspruch darauf hat (§ 808 Abs. 1 BGB). Melde einen Verlust deshalb sofort, damit die Bank das Konto sperrt. Ein verlorenes oder vernichtetes Sparbuch kann im Aufgebotsverfahren für kraftlos erklärt werden, wenn die Sparbedingungen nichts anderes vorsehen (§ 808 Abs. 2 BGB). Viele Banken haben dafür ein eigenes Verfahren; danach bekommst du ein neues Sparbuch oder dein Guthaben.

Sparbuch eines Verstorbenen

Gehörte das Sparbuch einem Verstorbenen, steht das Guthaben den Erben zu. Die Bank verlangt in der Regel einen Erbschein oder ein eröffnetes notarielles Testament. Hat der Verstorbene einem Angehörigen eine Vollmacht über den Tod hinaus erteilt, kann die Bank auch auf dieser Grundlage auszahlen. Was beim Konto eines Verstorbenen sonst zu tun ist, steht im Ratgeber Konto eines Verstorbenen.

Altes Sparbuch gefunden

Ein Sparbuch aus DM-Zeiten oder eines, auf dem seit Jahrzehnten nichts eingetragen wurde, solltest du nicht wegwerfen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass es keinen Erfahrungssatz gibt, nach dem ein Sparkonto ohne Eintragungen über Jahrzehnte aufgelöst wurde. Wer das unentwertete Sparbuch vorlegt, beweist damit grundsätzlich sein Guthaben; die Bank muss beweisen, dass sie es ausgezahlt hat. Die Verjährung begann in dem entschiedenen Fall erst mit der Kündigung durch die Sparerin (BGH, Urteil vom 4. Juni 2002, XI ZR 361/01).

So gehst du vor: Mit Sparbuch und Ausweis zur ausstellenden Bank oder ihrer Rechtsnachfolgerin gehen, das Sparbuch nicht aus der Hand geben, eine Kopie machen, schriftlich kündigen und eine Abrechnung mit Zinsen verlangen. DM-Guthaben werden zum Kurs von 1,95583 DM je Euro umgerechnet. Bei Streit hilft die Verbraucherzentrale oder die Schlichtungsstelle deiner Bankengruppe.

Häufige Fragen

Wie lange ist die Kündigungsfrist beim Sparbuch?

In der Regel drei Monate. Spareinlagen müssen eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten haben; dein Vertrag kann auch eine längere vorsehen.

Wie viel Geld kann ich vom Sparbuch ohne Kündigung abheben?

Bis zu 2.000 € pro Sparkonto und Kalendermonat.

Was passiert, wenn ich mehr als 2.000 € abhebe?

Ohne Kündigung berechnen Banken dann meist Vorschusszinsen nach ihren Bedingungen, oder sie zahlen den Betrag erst nach Ablauf einer Kündigungsfrist aus.

Ist ein altes Sparbuch noch gültig?

Oft ja. Nach der Rechtsprechung beweist das unentwertete Sparbuch das Guthaben, und die Verjährung beginnt in der Regel erst mit einer Kündigung.