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Festgeld: Wie es funktioniert, welche Zinsen 2026 üblich sind und worauf du achten musst

Fakten und Zahlen geprüft am

Hinweis zu Steuerthemen: Wir sind keine Steuerberater und leisten keine Steuerberatung. Dieser Artikel beruht auf unserer sorgfältigen Recherche in öffentlich zugänglichen Quellen wie Gesetzestexten und Veröffentlichungen der Finanzverwaltung und gibt unsere Einschätzung wieder. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall: Lass deine persönliche Steuersituation bitte von einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein prüfen, bevor du handelst. Mehr dazu.

Festgeld (auch Termingeld) ist eine Geldanlage bei einer Bank mit fester Laufzeit und festem Zinssatz: Du legst einen Betrag zum Beispiel für ein, zwei oder fünf Jahre an und weißt von Anfang an, welche Zinsen du bekommst. Im August 2026 zahlten Banken in Deutschland laut Bundesbank im Durchschnitt 2,28 % für Laufzeiten bis zu einem Jahr und 2,72 % für Laufzeiten über zwei Jahre (vorläufige Werte) – deutlich mehr als auf Tagesgeld. Der Preis dafür: Während der Laufzeit kommst du in der Regel nicht an dein Geld.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zins und Laufzeit stehen fest – Zinsänderungen am Markt betreffen dein Festgeld nicht.
  • Durchschnittszinsen laut Bundesbank (August 2026): bis 1 Jahr 2,28 %, 1 bis 2 Jahre 2,64 %, über 2 Jahre 2,72 %.
  • Vorzeitig kündigen geht meist nicht – lege nur Geld fest, das du sicher nicht brauchst.
  • Bis 100.000 € pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert.

So funktioniert Festgeld

  1. Konto eröffnen: Für Festgeld eröffnest du bei der Bank ein Festgeldkonto. Ein- und Auszahlungen laufen über ein Referenzkonto, meist dein Girokonto.
  2. Betrag und Laufzeit festlegen: Viele Banken verlangen eine Mindestanlage. Die Laufzeiten reichen von wenigen Monaten bis zu zehn Jahren.
  3. Zinsen kassieren: Je nach Vertrag schreibt die Bank die Zinsen jährlich gut oder zahlt sie gesammelt am Ende der Laufzeit.
  4. Laufzeitende: Das Geld wird auf dein Referenzkonto zurücküberwiesen. Manche Banken verlängern das Festgeld automatisch, oft zu den dann geltenden, möglicherweise schlechteren Konditionen – prüfe deshalb, was dein Vertrag zur Verlängerung regelt.

Wie hoch sind die Festgeldzinsen 2026?

Durchschnittliche Effektivzinsen für neue Einlagen privater Haushalte mit vereinbarter Laufzeit (Deutsche Bundesbank, Stand Oktober 2026)
LaufzeitAugust 2025August 2026*
bis 1 Jahr1,76 %2,28 %
über 1 bis 2 Jahre1,98 %2,64 %
über 2 Jahre2,09 %2,72 %
zum Vergleich: täglich fällige Einlagen0,43 %0,51 %

* vorläufiger Wert. Die Zinsen sind seit dem Sommer 2025 gestiegen; die Europäische Zentralbank hat ihren Einlagesatz 2026 in zwei Schritten auf 2,50 % angehoben (zum 16. September 2026). Einzelne Banken bieten mehr oder weniger als den Durchschnitt.

Was das in Euro bedeutet

Beispiel: Anna legt 20.000 € für zwei Jahre an. Zum Bundesbank-Durchschnitt von 2,64 % mit jährlicher Zinsgutschrift erhält sie nach zwei Jahren 1.069,94 € Zinsen vor Steuern. Auf dem Tagesgeld zum Durchschnittszins von 0,51 % wären es bei gleichbleibendem Zins nur 204,52 €. Wie viel nach Steuern übrig bleibt und welchen Unterschied die Art der Zinsgutschrift macht, zeigt der Festgeldrechner.

Vorzeitig an das Geld kommen?

Festgeld ist für die gesamte Laufzeit fest angelegt. Ein Recht auf vorzeitige Kündigung ist in der Regel nicht vorgesehen; ob und zu welchen Bedingungen es doch geht, etwa im Todesfall, regelt der Vertrag mit der Bank. Plane deshalb so, dass du für unerwartete Ausgaben eine Reserve auf einem jederzeit verfügbaren Konto hast.

Die Festgeld-Leiter: flexibel bleiben

Statt den ganzen Betrag für eine lange Laufzeit festzulegen, kannst du ihn auf mehrere Festgelder mit gestaffelten Laufzeiten verteilen, zum Beispiel ein Viertel für ein Jahr, ein Viertel für zwei, drei und vier Jahre. Jedes Jahr wird dann ein Teil fällig, den du neu anlegen oder nutzen kannst. So bist du flexibler und profitierst, wenn die Zinsen steigen – trägst aber auch das Risiko, dass sie sinken.

Sicherheit und Steuern

Festgeld ist eine Einlage und damit durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Bei Banken aus anderen EU-Ländern zahlt im Ernstfall das Sicherungssystem des Sitzlandes. Details erklärt unser Ratgeber zur Einlagensicherung.

Festgeldzinsen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € im Jahr (Zusammenveranlagung: 2.000 €) bleiben sie steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilt hast (§ 20 Abs. 9 EStG). Darüber hinaus fallen Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Steuerlich zählen die Zinsen in dem Jahr, in dem sie dir zufließen: Werden alle Zinsen erst am Ende einer mehrjährigen Laufzeit gezahlt, fallen sie in ein einziges Jahr. Ausländische Banken ziehen in der Regel keine deutsche Abgeltungsteuer ab; die Zinsen musst du dann selbst in der Anlage KAP angeben (§ 32d Abs. 3 EStG).

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Festgeld und Tagesgeld?

Beim Festgeld sind Zins und Laufzeit fest, beim Tagesgeld ist das Geld jederzeit verfügbar, der Zins kann sich aber ändern. Wann was besser passt, erklärt unser Vergleich Festgeld oder Tagesgeld.

Ist Festgeld sicher?

Ja, im Rahmen der Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank. Ein Kursrisiko wie bei Aktien gibt es nicht, wohl aber das Risiko, dass die Inflation höher ist als dein Zins.

Lohnt sich eine lange Laufzeit?

Längere Laufzeiten bringen im Durchschnitt etwas mehr Zinsen, binden dein Geld aber länger. Laut Bundesbank lag der Abstand im August 2026 zwischen bis einem Jahr (2,28 %) und über zwei Jahren (2,72 %) bei 0,44 Prozentpunkten.

Wird Festgeld automatisch verlängert?

Das hängt von der Bank ab. Manche zahlen das Geld am Laufzeitende aus, andere verlängern automatisch, wenn du nicht widersprichst. Prüfe die Regelung im Vertrag.