SCHUFA-Score verbessern: 9 Wege, die laut den neuen Kriterien wirklich wirken
Fakten und Zahlen geprüft am
Artikel anhören
Nutzt die Sprachausgabe deines Geräts.
Den SCHUFA-Score verbesserst du vor allem, indem du Rechnungen pünktlich bezahlst, Daten auf Fehler prüfst und in kurzer Zeit nicht viele neue Konten, Kreditkarten oder Kredite abschließt. Seit März 2026 sind die zwölf Kriterien des neuen Scores und ihre Punktwerte öffentlich – damit lässt sich genau sagen, was wirkt. Vieles verbessert sich mit der Zeit von selbst, etwa die Wohndauer oder das Alter deines ältesten Kontos. Ein schneller Trick oder ein bezahlter „Löschservice“ für richtige Einträge existiert dagegen nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Das wichtigste Kriterium sind Zahlungsstörungen: ohne Störung 264 Punkte, nach einer erledigten Störung zunächst nur 100.
- Wenige Neuabschlüsse: Ab drei Konto- oder Kreditkartenanfragen in zwölf Monaten gibt es 0 statt 117 Punkte.
- Alte Konten und Kreditkarten behalten – deren Alter bringt Punkte.
- Falsche Einträge korrigieren lassen – das ist kostenlos.
1. Rechnungen pünktlich zahlen – und Mahnungen nie ignorieren
Zahlungsstörungen sind das Kriterium mit den meisten Punkten. Ohne Zahlungsstörung gibt es 264 Punkte; eine erledigte Störung bringt laut SCHUFA zunächst nur 100, ein Jahr nach dem Ausgleich 135 und ab zwei Jahren 152 Punkte. Bei einer offenen Zahlungsstörung berechnet die SCHUFA gar keinen Score. Eine Forderung darf außerdem nur unter bestimmten Voraussetzungen gemeldet werden, zum Beispiel nach mindestens zwei schriftlichen Mahnungen (§ 31 Abs. 2 BDSG). Reagiere deshalb auf Mahnungen sofort – zahle, wenn die Forderung berechtigt ist, oder widersprich schriftlich, wenn nicht.
2. Gemeldete Forderungen schnell begleichen
Ist eine Forderung bereits gemeldet, zahlt sich Tempo aus: Begleichst du sie innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung und kommen keine neuen Negativdaten hinzu, löscht die SCHUFA den Eintrag nach 18 statt nach 36 Monaten. Details im Ratgeber zu den SCHUFA-Löschfristen.
3. Selbstauskunft prüfen und Fehler korrigieren lassen
Falsche Einträge – etwa bezahlte Forderungen, die noch als offen gelten, oder Verträge, die dir nicht gehören – drücken den Score zu Unrecht. Fordere deine kostenlose Datenkopie an oder schau in deinen SCHUFA-Account und verlange bei Fehlern Berichtigung oder Löschung.
4. Nicht ständig neue Konten und Kreditkarten eröffnen
Anfragen und Abschlüsse zu Girokonten und Kreditkarten der letzten zwölf Monate bringen: keine 117 Punkte, eine 82, zwei 44, ab drei 0 Punkte. Wer Prämien für Kontowechsel jagt, verliert hier schnell über 100 Punkte. Mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen zählen nur einmal – vergleiche also gebündelt.
5. Neue Ratenkredite und Verträge sparsam abschließen
Aufgenommene Ratenkredite der letzten zwölf Monate: keiner 66 Punkte, einer 48, zwei 32, ab drei 0. Anfragen außerhalb des Bankenbereichs, etwa von Handyanbietern oder Onlinehändlern: 0 bis 1 Anfrage 99 Punkte, zwei 71, drei 40, ab vier 0. Ratenkäufe im Onlineshop oder ein neuer Handyvertrag können sich also auswirken. Für Kreditvergleiche nutzt du Konditionsanfragen, die nicht in den Score eingehen – mehr dazu im Ratgeber Konditionsanfrage oder Kreditanfrage.
6. Alte Konten und Kreditkarten behalten
Das Alter deines ältesten Bankvertrags bringt bis zu 69 Punkte (ab 20 Jahren), das Alter der ältesten Kreditkarte bis zu 81 Punkte (ab 15 Jahren). Kündigst du dein ältestes Girokonto oder deine älteste Kreditkarte, kann der Score sinken. Wenn ein altes Konto kostenlos ist, lohnt es sich oft, es zu behalten.
7. Ratenkredite vollständig zurückzahlen
Beim Kreditstatus gibt es für einen offenen oder negativ beendeten Ratenkredit 0 Punkte, ohne Ratenkredit 9 und für einen positiv abgeschlossenen Ratenkredit 19 Punkte. Wer einen Kredit planmäßig zurückzahlt, verbessert also seinen Score. Teure Ratenkredite vorzeitig abzulösen, kann sich doppelt lohnen.
8. Dispo nicht ständig neu einrichten
Das Alter des jüngsten Rahmenkredits, etwa eines Dispokredits, bringt unter einem Jahr 0 Punkte, nach ein bis zwei Jahren 16 und darüber oder ohne Rahmenkredit 36 Punkte. Häufig neu eingerichtete Dispo- oder Rahmenkredite kosten also Punkte.
9. Geduld: Was sich von selbst verbessert
Einige Kriterien hängen nur von der Zeit ab: die Wohndauer an der aktuellen Adresse (bis 94 Punkte ab 20 Jahren), das Alter von Konten und Kreditkarten und der Abstand zu erledigten Zahlungsstörungen. Außerdem bringt eine Identitätsprüfung, wie sie Banken bei der Kontoeröffnung durchführen, 38 Punkte. Was die einzelnen Kriterien insgesamt ausmachen, zeigt unser Ratgeber zum SCHUFA-Score.
Mythen, die nicht stimmen
- „Die Selbstauskunft verschlechtert den Score.“ Falsch – deine eigene Abfrage ist keine Anfrage eines Unternehmens.
- „Ein hohes Einkommen verbessert den Score.“ Einkommen gehört nicht zu den zwölf Kriterien.
- „Gar kein Konto ist am besten.“ Ohne Bankvertrag gibt es 18 Punkte, ein 20 Jahre alter Vertrag bringt 69.
- „Gegen Gebühr lässt sich ein Eintrag löschen.“ Richtige Einträge bleiben bis zum Ende der Frist. Falsche kannst du kostenlos selbst angreifen.
Häufige Fragen
Wie schnell kann ich meinen SCHUFA-Score verbessern?
Fehler zu korrigieren wirkt am schnellsten. Andere Kriterien verbessern sich mit der Zeit: Anfragen und Neuabschlüsse fallen nach zwölf Monaten aus der Zählung, erledigte Zahlungsstörungen wirken mit jedem Jahr weniger.
Bringt eine Kreditkarte einen besseren Score?
Eine neue Kreditkarte zählt zunächst als Anfrage oder Abschluss und bringt beim Kartenalter in den ersten sechs Monaten 0 Punkte. Langfristig kann eine alte Kreditkarte Punkte bringen. Eine Karte nur für den Score abzuschließen, lohnt sich deshalb kurzfristig nicht.
Hilft ein Umzug meinem Score?
Nein, im Gegenteil: Die Wohndauer beginnt neu, und in den ersten sieben Monaten gibt es dafür 0 Punkte.
Quellen
- SCHUFA: New SCHUFA Score – all criteria and points
- SCHUFA: Kriterium Zahlungsstörungen
- SCHUFA: Kriterium Konto- und Kreditkartenanfragen
- SCHUFA: Kriterium aufgenommene Ratenkredite
- SCHUFA: Kriterium Anfragen außerhalb des Bankenbereichs
- SCHUFA: Kriterium ältester Bankvertrag
- SCHUFA: Kriterium älteste Kreditkarte
- SCHUFA: Kriterium Kreditstatus
- SCHUFA: Kriterium jüngster Rahmenkredit
- SCHUFA: Kriterium Wohndauer
- SCHUFA: Kriterium Identitätsprüfung
- § 31 BDSG

