Pfändungstabelle 2026: Neue Freibeträge ab 1. Juli 2026 – so viel bleibt bei Lohnpfändung
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Wird dein Lohn gepfändet, bleibt ein Teil immer bei dir. Seit dem 1. Juli 2026 sind ohne Unterhaltspflichten 1.587,40 € netto im Monat unpfändbar. Für die erste Person, der du gesetzlich Unterhalt zahlst, erhöht sich der Freibetrag um 597,42 €, für die zweite bis fünfte um je 332,83 € (Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026, BGBl. 2026 I Nr. 80). Vom Einkommen über dem Freibetrag bleibt außerdem ein Teil unpfändbar. Der Arbeitgeber berechnet den pfändbaren Betrag anhand der amtlichen Pfändungstabelle und überweist ihn an den Gläubiger.
Das Wichtigste in Kürze
- Grundfreibetrag ab 1.7.2026: 1.587,40 € netto im Monat.
- Mit einer unterhaltsberechtigten Person: 2.184,82 €, mit zwei: 2.517,65 €.
- Vom Mehrbetrag bleiben 30 % frei, mit Unterhaltspflichten mehr; über 4.866,30 € ist alles pfändbar.
- Die Beträge werden jedes Jahr zum 1. Juli an den Grundfreibetrag der Einkommensteuer angepasst.
Die Freibeträge ab 1. Juli 2026
| Unterhaltspflichten | unpfändbar im Monat |
|---|---|
| keine | 1.587,40 € |
| 1 Person | 2.184,82 € |
| 2 Personen | 2.517,65 € |
| 3 Personen | 2.850,48 € |
Als Unterhaltspflicht zählen Ehe- und Lebenspartner, frühere Partner und Verwandte, denen du aufgrund gesetzlicher Pflicht tatsächlich Unterhalt leistest – meist die eigenen Kinder (§ 850c Abs. 2 ZPO). Hat eine dieser Personen eigenes Einkommen, kann das Gericht sie auf Antrag des Gläubigers ganz oder teilweise unberücksichtigt lassen.
So wird der pfändbare Betrag berechnet
- Nettolohn ermitteln: Bruttolohn minus Steuern und Sozialabgaben; bestimmte Bezüge wie ein Teil von Überstundenvergütungen, Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld sind unpfändbar (§ 850a ZPO).
- Abrunden: Das Nettoeinkommen wird auf volle 10 € abgerundet.
- Mehrbetrag aufteilen: Vom Betrag über dem Freibetrag bleiben 3/10 unpfändbar, mit Unterhaltspflichten für die erste Person weitere 2/10 und für jede weitere Person 1/10 (§ 850c Abs. 3 ZPO).
- Obergrenze: Der Teil des Einkommens über 4.866,30 € ist voll pfändbar.
Beispiele
| Netto im Monat | keine Unterhaltspflicht | 1 Person | 2 Personen |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | rund 289 € | 0 € | 0 € |
| 2.500 € | rund 639 € | rund 158 € | 0 € |
| 3.000 € | rund 989 € | rund 408 € | rund 193 € |
Die Werte sind nach der gesetzlichen Formel berechnet. Verbindlich sind die Beträge der amtlichen Pfändungstabelle, auf die sich der Pfändungsbeschluss bezieht.
Lohnpfändung und Kontopfändung
Bei einer Lohnpfändung behält der Arbeitgeber den pfändbaren Teil ein. Bei einer Kontopfändung schützt dich ein Pfändungsschutzkonto: Dort bleibt ein Grundfreibetrag in gleicher Höhe pro Monat geschützt, der sich mit Bescheinigung für Unterhaltspflichten oder Kindergeld erhöht. Mehr im Ratgeber P-Konto. Liegt der nach der Lohnpfändung ausgezahlte Lohn über dem Freibetrag des P-Kontos, kann das Vollstreckungsgericht auf Antrag einen höheren Freibetrag festsetzen, damit derselbe Lohn nicht ein zweites Mal gepfändet wird (§ 906 Abs. 2 ZPO).
Was du tun kannst
- Unterhaltspflichten nachweisen: Teile dem Arbeitgeber mit, wem du Unterhalt zahlst, damit der höhere Freibetrag gilt.
- Höheren Freibetrag beantragen: Das Vollstreckungsgericht kann bei besonderen Bedürfnissen, etwa hohen Krankheitskosten, einen Teil des pfändbaren Betrags freigeben (§ 850f ZPO).
- Mit dem Gläubiger verhandeln: Eine Ratenvereinbarung kann eine Pfändung beenden.
- Gesamtlösung suchen: Bei mehreren Gläubigern hilft eine anerkannte Schuldnerberatung; als letzter Schritt kommt die Privatinsolvenz in Betracht. Vor einer Pfändung steht oft die Vermögensauskunft beim Gerichtsvollzieher – siehe Vermögensauskunft.
Unterhaltsgläubiger: andere Regeln
Pfändet ein Unterhaltsberechtigter, gelten die Freibeträge der Tabelle nicht. Dann bleibt nur, was das Gericht als notwendigen Unterhalt für dich selbst festlegt (§ 850d ZPO) – meist deutlich weniger.
Häufige Fragen
Wie viel darf bei Lohnpfändung 2026 gepfändet werden?
Ab 1. Juli 2026 bleiben ohne Unterhaltspflichten 1.587,40 € netto frei; vom Rest ist ein Teil pfändbar. Bei 2.000 € netto sind das rund 289 €.
Wann ändert sich die Pfändungstabelle?
Jedes Jahr zum 1. Juli, angepasst an die Entwicklung des steuerlichen Grundfreibetrags.
Zählt das Kindergeld zum pfändbaren Einkommen?
Nein, Kindergeld ist für normale Gläubiger nicht pfändbar.
Muss ich meinem Arbeitgeber meine Kinder nennen?
Wenn du willst, dass der höhere Freibetrag berücksichtigt wird, ja.
