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Konto & Karten

Kreditkarte, Debitkarte oder Girocard: Welche Karte brauchst du wofür?

Fakten und Zahlen geprüft am

Drei Bankkarten in Blau, Silber und Schwarz schweben über einem Tisch – Kreditkarte, Debitkarte und Girocard

Mit einer Girocard oder Debitkarte wird jede Zahlung direkt von deinem Girokonto abgebucht. Bei einer Kreditkarte sammelt die Bank die Umsätze und rechnet sie in der Regel einmal im Monat ab. Der wichtigste praktische Unterschied: Die klassische Girocard funktioniert vor allem in Deutschland und nicht beim Online-Einkauf. Debitkarten von Visa und Mastercard sowie Kreditkarten werden dagegen weltweit und online akzeptiert. Seit dem 1. Juli 2023 werden keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben, deshalb haben viele Banken ihre Kartenangebote umgestellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Girocard: sofortige Abbuchung, in Deutschland weit verbreitet, aber nicht für Online-Shopping.
  • Debitkarte (Visa Debit, Debit Mastercard): sofortige Abbuchung, weltweit und online nutzbar.
  • Kreditkarte: monatliche Abrechnung; Vorsicht bei Teilzahlung – das ist ein teurer Kredit.
  • Bei Missbrauch haftest du in der Regel höchstens mit 50 €, nach der Sperrung gar nicht.

Die drei Karten im Vergleich

GirocardDebitkarteKreditkarte
Abbuchungsofort vom Girokontosofort vom Girokontogesammelt, meist monatlich
In Deutschland bezahlenja, sehr verbreitetjaja
Im Auslandohne Zusatzfunktion kaumja, weltweitja, weltweit
Online einkaufenneinjaja
Kreditrahmennein (nur Dispo des Kontos)nein (nur Dispo des Kontos)ja, Kreditrahmen der Karte

Girocard: die klassische Bankkarte

Die Girocard ist das deutsche Debitkartensystem der Banken und Sparkassen, früher als EC-Karte bekannt. Sie ist im Handel in Deutschland weit verbreitet. Bis 2023 hatten viele Girocards zusätzlich eine Maestro- oder V-Pay-Funktion für Zahlungen im Ausland. Seit dem 1. Juli 2023 werden keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben; bestehende Karten bleiben bis zum Ablauf gültig. Banken ersetzen sie durch Girocards mit integrierter Debitfunktion von Visa oder Mastercard („Co-Badge“) oder durch eine separate Debitkarte. Ohne solche Zusatzfunktion kannst du mit der Girocard weder im Ausland noch online bezahlen.

Debitkarte: weltweit und online, aber ohne Kredit

Visa Debit und Debit Mastercard funktionieren technisch wie Kreditkarten und werden überall dort akzeptiert, wo das jeweilige Logo zu sehen ist – auch beim Online-Einkauf. Der Betrag wird aber sofort von deinem Girokonto abgebucht. Viele Banken geben Debitkarten inzwischen als Standardkarte zum Girokonto aus und berechnen für eine zusätzliche Girocard ein Entgelt. Was dein Konto insgesamt kostet, vergleichst du am besten anhand der Jahreskosten; mehr dazu im Ratgeber Girokonto vergleichen.

Ein Nachteil kann sein, dass manche Autovermieter oder Hotels für eine Kaution eine echte Kreditkarte verlangen. Erkundige dich vorher beim Anbieter.

Kreditkarte: Abrechnung später – und die Falle Teilzahlung

Bei einer Kreditkarte räumt dir die Bank einen Kreditrahmen ein. Es gibt zwei Grundmodelle:

  • Charge-Karte: Alle Umsätze eines Monats werden einmal gesammelt vom Girokonto abgebucht. Bezahlst du den vollen Betrag, fallen keine Zinsen an.
  • Revolvierende Karte (Teilzahlung): Du zahlst nur einen Teil zurück, der Rest wird als Kredit weitergeführt und verzinst. Laut Bundesbank lag der durchschnittliche Effektivzins für revolvierende Kredite, Überziehungs- und Kreditkartenkredite an private Haushalte im August 2026 bei 9,39 % (vorläufig). Den Zinssatz deiner Karte findest du im Vertrag. Wer dauerhaft in Raten zahlt, steckt in einem ähnlich teuren Kredit wie beim Dispo.

Prüfe bei Kreditkarten außerdem Jahresgebühr, Gebühren für Bargeldabhebungen und Entgelte für Zahlungen in Fremdwährung.

Kosten: Was Händler und Banken verlangen dürfen

  • Keine Aufschläge beim Bezahlen: Händler dürfen von Verbrauchern kein Extra-Entgelt verlangen, wenn diese mit einer gängigen Zahlungskarte, per SEPA-Überweisung oder SEPA-Lastschrift zahlen (§ 270a BGB).
  • Gebühren der Bank: Jahresgebühren, Kosten für Bargeld am Automaten und Entgelte für Zahlungen in anderen Währungen hängen von deinem Kartenvertrag ab und stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Schutz bei Verlust und Missbrauch

Wird deine Karte gestohlen oder missbraucht, haftest du für nicht autorisierte Zahlungen in der Regel höchstens mit 50 € (§ 675v Abs. 1 BGB). Für Zahlungen nach deiner Verlustanzeige haftest du gar nicht (§ 675v Abs. 5 BGB). Voll haften musst du nur, wenn du betrügerisch, vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hast – etwa wenn die PIN auf der Karte notiert war. Lass eine verlorene Karte deshalb sofort sperren, zum Beispiel über den Sperr-Notruf 116 116 oder direkt bei deiner Bank.

Karten und SCHUFA

Ein Kreditkartenvertrag und die Anfrage dafür werden der SCHUFA in der Regel gemeldet. Im neuen SCHUFA-Score zählen Anfragen und Abschlüsse zu Girokonten und Kreditkarten der letzten zwölf Monate, und das Alter deiner ältesten Kreditkarte bringt Punkte. Mehr dazu im Ratgeber SCHUFA-Score verbessern.

Häufige Fragen

Ist die Girocard eine Debitkarte?

Ja. Die Girocard ist eine Debitkarte, weil die Zahlung sofort vom Konto abgebucht wird. Gemeint sind mit „Debitkarte“ im Alltag aber meist die Karten von Visa und Mastercard.

Brauche ich noch eine Kreditkarte?

Für Zahlungen im Ausland und online reicht meist eine Debitkarte. Eine Kreditkarte kann sinnvoll sein, wenn du später abgerechnet werden möchtest oder ein Anbieter wie eine Autovermietung ausdrücklich eine Kreditkarte verlangt.

Kann ich meine alte Girocard mit Maestro-Zeichen noch nutzen?

Ja, bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit. Neue Karten mit Maestro-Funktion werden seit dem 1. Juli 2023 nicht mehr ausgegeben.

Wie hoch ist meine Haftung, wenn meine Karte gestohlen wird?

Bis zur Sperrung höchstens 50 €, danach gar nicht – außer du hast grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt.