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Altersvorsorge

Rürup-Rente 2026: Bis 30.826 € absetzen – für wen sich die Basisrente lohnt

Fakten und Zahlen geprüft am

Hinweis zu Steuerthemen: Wir sind keine Steuerberater und leisten keine Steuerberatung. Dieser Artikel beruht auf unserer sorgfältigen Recherche in öffentlich zugänglichen Quellen wie Gesetzestexten und Veröffentlichungen der Finanzverwaltung und gibt unsere Einschätzung wieder. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall: Lass deine persönliche Steuersituation bitte von einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein prüfen, bevor du handelst. Mehr dazu.

Die Rürup-Rente (offiziell Basisrente) ist eine private Rentenversicherung oder ein Fondssparplan mit staatlicher Steuerförderung: Beiträge sind seit 2023 zu 100 % als Sonderausgaben abziehbar, 2026 bis zu 30.826 € im Jahr, bei Zusammenveranlagung 61.652 € (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b, Abs. 3 EStG). Dafür sind die Bedingungen streng: Ausgezahlt wird nur eine lebenslange monatliche Rente, frühestens ab 62 Jahren; der Vertrag ist nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar und nicht kapitalisierbar. Die spätere Rente wird wie die gesetzliche Rente besteuert – bei Rentenbeginn 2026 zu 84 %.

Das Wichtigste in Kürze

  • Höchstbetrag 2026: 30.826 € für Ledige, 61.652 € für Ehepaare – Beiträge zur gesetzlichen Rente zählen mit.
  • Besonders interessant für Selbstständige ohne Pflichtversicherung und für Gutverdiener mit hohem Steuersatz.
  • Kein Zugriff vor der Rente, keine Kapitalauszahlung, im Todesfall nur Hinterbliebenenschutz, wenn vereinbart.
  • Die Rente ist später einkommensteuerpflichtig (nachgelagerte Besteuerung).

Wie viel du absetzen kannst

Der Höchstbetrag richtet sich nach dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung (§ 10 Abs. 3 EStG). 2026 sind das 30.826 € für Ledige und 61.652 € für Ehepaare. In diesen Topf fallen alle Basisvorsorge-Beiträge zusammen:

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil),
  • Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken,
  • Beiträge zur Rürup-Rente.

Bei Arbeitnehmern wird der steuerfreie Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung wieder abgezogen. Für sie bleibt deshalb weniger Spielraum als für Selbstständige ohne Pflichtversicherung.

Rechenbeispiel

Lena ist selbstständig, nicht rentenversicherungspflichtig und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 50.000 €. Sie zahlt 5.000 € in eine Rürup-Rente. Ihr zu versteuerndes Einkommen sinkt auf 45.000 €; nach dem Tarif 2026 spart sie 1.713 € Einkommensteuer, dazu gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Ihr Nettoaufwand liegt damit bei rund 3.287 €. Wie der Steuertarif funktioniert, erklärt der Ratgeber Einkommensteuer.

Die Bedingungen

  • Auszahlung: nur als monatliche, lebenslange Leibrente, nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres. Zusätzlich können Berufsunfähigkeits-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrente vereinbart werden.
  • Gebundenheit: Die Ansprüche sind nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG). Eine Kündigung mit Auszahlung gibt es nicht; möglich ist nur eine Beitragsfreistellung.
  • Todesfall: Stirbst du vor oder nach Rentenbeginn, verfällt das Kapital – es sei denn, eine Hinterbliebenenrente für Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder ist vereinbart.
  • Kleinbetragsrente: Ist die monatliche Rente sehr klein, darf sie in einem Betrag abgefunden werden; außerdem dürfen bis zu zwölf Monatsrenten zusammengefasst werden.

Besteuerung in der Rente

Die Rürup-Rente wird wie die gesetzliche Rente nach dem Jahr des Rentenbeginns besteuert. Bei Rentenbeginn 2026 sind 84 % steuerpflichtig, jedes spätere Jahr 0,5 Prozentpunkte mehr, bis 2058 100 % erreicht sind. Die Tabelle findest du im Ratgeber Rente versteuern. Weil viele Menschen im Alter einen niedrigeren Steuersatz haben als im Berufsleben, bleibt unterm Strich oft ein Vorteil – garantiert ist er nicht.

Für wen sich die Rürup-Rente lohnt – und für wen nicht

  • Eher sinnvoll: für Selbstständige ohne andere Altersvorsorge, für Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz und für ältere Sparer, die kurz vor der Rente noch viel absetzen wollen.
  • Eher nicht: wer Flexibilität braucht, Geld vererben will oder einen niedrigen Steuersatz hat.
  • Kosten prüfen: Abschluss- und Verwaltungskosten fressen einen Teil des Steuervorteils. Vergleiche Kosten und garantierten Rentenfaktor im Produktinformationsblatt.

Arbeitnehmer sollten zuerst prüfen, ob die betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss günstiger ist.

Häufige Fragen

Wie viel kann ich 2026 in die Rürup-Rente einzahlen und absetzen?

Bis zu 30.826 € als Lediger, 61.652 € als Ehepaar – abzüglich deiner sonstigen Beiträge zur Basisversorgung wie der gesetzlichen Rente.

Kann ich die Rürup-Rente kündigen?

Nein, nur beitragsfrei stellen. Das angesparte Kapital bleibt bis zur Rente gebunden.

Ist die Rürup-Rente vererbbar?

Nein. Nur eine vereinbarte Hinterbliebenenrente für Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder ist möglich.

Ab wann wird die Rürup-Rente ausgezahlt?

Frühestens ab dem 62. Geburtstag, als lebenslange monatliche Rente.