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Altersvorsorge

Kinderinvaliditätsversicherung: Warum sie Kinder auch bei Krankheit schützt und worauf du beim Vertrag achten solltest

Fakten und Zahlen geprüft am

Eine Kinderinvaliditätsversicherung zahlt, wenn ein Kind durch Krankheit oder Unfall dauerhaft in seiner körperlichen, geistigen oder seelischen Gesundheit beeinträchtigt wird. Laut Verbraucherzentrale leisten die Versicherer sehr häufig unter zwei Voraussetzungen: Die Beeinträchtigung weicht mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate vom altersüblichen Zustand ab, und der Grad der Behinderung nach dem Sozialgesetzbuch IX beträgt mindestens 50. Die Versicherung zahlt dann eine Rente bis zum Lebensende, teilweise auch eine einmalige Kapitalleistung. Das ist wichtig, weil Kinder meist noch keinen Anspruch gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung haben und Invalidität bei Kindern viel häufiger durch Krankheiten entsteht als durch Unfälle – eine reine Kinderunfallversicherung deckt das nicht ab. Die Verbraucherzentrale hält die Kinderinvaliditätsversicherung deshalb für mindestens so bedeutsam wie die Berufsunfähigkeitsversicherung der Eltern. Abschließen kannst du sie meist ab dem ersten Geburtstag, teils schon sechs Wochen nach der Geburt, und je nach Versicherer bis zum 14. oder 16. Lebensjahr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahlt bei Invalidität durch Krankheit und Unfall, typisch ab Grad der Behinderung 50 über mehr als sechs Monate.
  • Rente oft lebenslang, teils Kapitalleistung.
  • Abschluss meist ab dem 1. Geburtstag, je nach Versicherer bis 14 oder 16 Jahre.
  • Auf wenige Krankheitsausschlüsse achten und Gesundheitsfragen korrekt beantworten.

Kinderinvalidität oder Kinderunfallversicherung?

Was die beiden Versicherungen leisten (Verbraucherzentrale)
KinderinvaliditätsversicherungKinderunfallversicherung
Invalidität durch Unfalljaja
Invalidität durch Krankheitjanein
Leistungmeist Rente bis zum Lebensendemeist einmalige Invaliditätsleistung

Weil die meisten Fälle von Invalidität bei Kindern auf Krankheiten zurückgehen, ist eine reine Unfallversicherung keine vollwertige Alternative. Was eine Unfallversicherung leistet, erklärt der Ratgeber Unfallversicherung. Kinderinvaliditätsversicherungen gibt es eigenständig oder als Zusatzbaustein zur Kinderunfallversicherung; laut Verbraucherzentrale ist dieser Unterschied nicht entscheidend.

Laufzeit und was danach kommt

Bestehende Verträge laufen je nach Versicherer bis zum 18. oder 21. Geburtstag oder länger. Danach erlischt der Schutz. Kümmere dich deshalb früh um eine eigene Berufsunfähigkeitsversicherung für dein Kind; Angebote gibt es laut Verbraucherzentrale vielfach schon ab zehn Jahren, teils früher. Mehr dazu im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung. Manche Versicherer bieten für Kinder auch Grundfähigkeitstarife mit späterer Wechseloption in eine BU an – siehe Grundfähigkeitsversicherung.

Beispiel: Lena und Marco schließen für ihre zweijährige Tochter eine Kinderinvaliditätsversicherung ab. Sie wählen einen Tarif mit wenigen Krankheitsausschlüssen und eine kleine eingeschlossene Risikolebensversicherung: Stirbt ein Elternteil als Versicherungsnehmer, wird der Vertrag bis zur Volljährigkeit der Tochter beitragsfrei weitergeführt. Die Gesundheitsfragen beantworten sie vollständig und wahrheitsgemäß, damit der Versicherer im Leistungsfall nicht die Zahlung verweigern kann.

Worauf du beim Abschluss achten solltest

  • Wenige Ausschlüsse: Tarife unterscheiden sich darin, welche Krankheiten nicht versichert sind – je weniger, desto besser.
  • Keine Ersatzprodukte: Policen, die nur einzelne Krankheiten oder nur „Schulunfähigkeit“ absichern, bieten laut Verbraucherzentrale deutlich weniger Schutz und sind keine Alternative.
  • Nicht mit Sparen kombinieren: Die Kombination mit einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung ist meist nicht empfehlenswert – wenig transparent und so teuer, dass oft die ausreichende Absicherung leidet.
  • Gesundheitsfragen korrekt beantworten: Falsche Angaben gefährden später die Leistung.

Häufige Fragen

Ist eine Kinderinvaliditätsversicherung sinnvoll?

Laut Verbraucherzentrale ja: Sie gehört zu den wichtigsten Versicherungen für Kinder, weil sie auch bei Invalidität durch Krankheit zahlt und Kinder meist keine gesetzlichen Rentenansprüche haben.

Ab welchem Alter kann ich eine Kinderinvaliditätsversicherung abschließen?

Meist ab dem ersten Geburtstag, teils schon sechs Wochen nach der Geburt. Abschlüsse sind je nach Versicherer bis zum 14. oder 16. Lebensjahr möglich.

Wann zahlt die Kinderinvaliditätsversicherung?

Häufig, wenn die Beeinträchtigung voraussichtlich länger als sechs Monate besteht und ein Grad der Behinderung von mindestens 50 vorliegt. Die genauen Voraussetzungen stehen in den Bedingungen.

Was passiert, wenn mein Kind volljährig wird?

Je nach Vertrag endet der Schutz mit 18 oder 21 Jahren oder später. Rechtzeitig vorher solltest du eine eigene BU für dein Kind prüfen.