Kryptokurse werden geladen …
Kryptowährungen

Mirex Network und Lumira Coin: Was hinter App-Mining, MRX und dem „Stablecoin“ steckt

Fakten und Zahlen geprüft am

Grafik mit Mirex-Network-Logo, einer Lumira-Münze vor Schweizer Bergkulisse und der Aufschrift „Lumira Stablecoin“ – die Darstellung, die dieser Artikel prüft

Hinweis zu Steuerthemen: Wir sind keine Steuerberater und leisten keine Steuerberatung. Dieser Artikel beruht auf unserer sorgfältigen Recherche in öffentlich zugänglichen Quellen wie Gesetzestexten und Veröffentlichungen der Finanzverwaltung und gibt unsere Einschätzung wieder. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall: Lass deine persönliche Steuersituation bitte von einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein prüfen, bevor du handelst. Mehr dazu.

Mirex Network ist ein Krypto-Projekt mit einer Smartphone-App, in der Nutzer kostenlos „Lumira“ (LUM) sammeln können. Hinter der Entwicklung steht unter anderem die MIRA Network AG in Zug, die Token gibt laut Website aber eine Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln aus. Der zweite Token Mirex (MRX) wird seit dem 1. September 2026 auf der Kryptobörse PancakeSwap gehandelt – am 8. Oktober 2026 für rund 0,81 US-Dollar, 58 % unter dem Verkaufspreis von 1,92 US-Dollar. Lumira ist noch nicht handelbar. Die App bewirbt ihn weiterhin als „Stable Coin“, die Website schließt dagegen einen garantierten Wert und jedes Recht auf Rücktausch ausdrücklich aus.

Das Wichtigste in Kürze (Stand: 8. Oktober 2026)

  • Das Unternehmen in Zug ist echt und im Handelsregister eingetragen; Cloud-Anbieter haben die Zusammenarbeit dokumentiert.
  • Lumira ist laut eigener Website ein Utility-Token ohne garantierten Wert – keine durch Schweizer Franken gedeckte Stablecoin.
  • Dein Lumira-Guthaben in der App ist kein Geld: Es gibt bisher weder einen Markt noch einen Termin für die Freigabe.
  • MRX ist handelbar, aber der Markt ist klein: Im Handelspool lagen am 8. Oktober nur rund 51.000 US-Dollar.

Was ist Mirex Network?

Mirex Network beschreibt sich als Blockchain-Ökosystem, das reale Vermögenswerte wie Unternehmensbeteiligungen als Token abbilden will (englisch: Real World Assets, kurz RWA). Dazu gehören laut Website eine eigene Blockchain namens MRX-20 mit dem Konsensverfahren Proof-of-Stake-Authority, zwei Token – Mirex (MRX) und Lumira (LUM) – und eine App für die Community.

Die App heißt bei Google Play „Mirex Network“, kommt vom Anbieter Lumira Solutions und hat dort über eine Million Downloads und eine Bewertung von 4,3 Sternen (Stand 8. Oktober 2026). Laut Google Play enthält sie Werbung. In der App-Beschreibung tritt das Projekt noch unter seinem früheren Namen auf: Dort ist von der „MIRA Network App“, dem „MIRA Coin“ und der „MIRA-20-Blockchain“ die Rede.

Nicht verwechseln: Der Token „Mira“ (MIRA), der unter anderem bei Binance gehandelt wird, gehört zu einem anderen Projekt – einem Netzwerk zur Überprüfung von KI-Antworten mit der Website mira.network. Er hat mit Mirex Network und Lumira nichts zu tun.

Wer steckt hinter Mirex Network?

Laut Website teilen sich drei Gesellschaften die Arbeit:

GesellschaftSitzRolle laut mirex.io
MIRA Network AGZug, SchweizForschung, Entwicklung und Software
Lumira Solutions LTDLondon, GroßbritannienForschung und Entwicklung; Anbieter der App bei Google Play
Northstar Digital Assets Ltd.Britische Jungferninselngibt die Token aus, für den aktuellen Verkauf und künftige Token-Starts

Die MIRA Network AG ist im Schweizer Unternehmens-Identifikationsregister unter der Nummer CHE-149.248.317 als aktive Aktiengesellschaft mit Sitz in Zug geführt. Eingetragen wurde sie am 16. Juli 2025, mit 100.000 Franken Aktienkapital. Als Zweck nennt der Handelsregistereintrag den Betrieb einer Web3-Crowdfunding-Plattform und die Entwicklung blockchainbasierter Innovationen.

Wichtig ist die Rollenverteilung: Der Schweizer Sitz der Entwicklungsfirma heißt nicht, dass die Token aus der Schweiz kommen, von einer Schweizer Bank abgesichert oder von der Schweizer Finanzmarktaufsicht genehmigt sind. Ausgegeben werden sie von der Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln – sie wäre im Streitfall dein Gegenüber.

Für echte Projektaktivität spricht, dass zwei Technikfirmen die Zusammenarbeit selbst veröffentlicht haben: Der Cloud-Anbieter OVHcloud und der Dienstleister Dysnix beschreiben, wie sie die Server des Projekts in ein Rechenzentrum in Deutschland umgezogen haben. Dysnix nennt dabei vier Millionen Nutzer und 99,99 % Verfügbarkeit. Ein Nachweis für Reserven oder für den Wert der Token ist das allerdings nicht.

Die zwei Token im Überblick

Mirex (MRX)Lumira (LUM)
Aufgabe laut WebsiteGebühren und Smart Contracts auf der MRX-20-BlockchainUtility-Token für Funktionen in der App, etwa Events, Lernangebote und Spiele
Menge27 Millionen (Gesamtmenge)250 Millionen (Anfangsmenge)
Verkaufspreis im Token-Sale1,92 US-Dollarkein Verkauf angekündigt
Handelbar?ja, seit 1. September 2026 auf PancakeSwap (BNB Smart Chain)nein, Marktstart „wird bekannt gegeben“
Rechtekeine Eigentums-, Gewinn- oder Dividendenrechte und keine garantierten Erträge (laut Website)

Was ist MRX aktuell wert?

Laut den Börsendaten von DexScreener notierte MRX am 8. Oktober 2026 im Handelspaar MRX/USDT auf PancakeSwap bei 0,8067 US-Dollar. Das sind 58 % weniger als die 1,92 US-Dollar, die Käufer im Token-Sale gezahlt haben. Das Handelspaar besteht seit dem 1. September 2026.

  • Liquidität: Im Handelspool lagen rund 51.000 US-Dollar. Bei so wenig Liquidität können schon einzelne größere Verkäufe den Kurs deutlich bewegen.
  • Handelsvolumen: In 24 Stunden wurden Token für rund 16.300 US-Dollar gehandelt.
  • Bewertung: Rechnerisch ergeben 27 Millionen MRX zum aktuellen Kurs rund 21,8 Millionen US-Dollar. Dieser Wert ließe sich bei der geringen Liquidität bei Weitem nicht realisieren.

Die offizielle Vertragsadresse von MRX auf der BNB Smart Chain lautet laut dem Telegram-Kanal des Projekts 0xA605D1B98F3F26eed3267BAde68Cb8382136D89e. Gleiche sie immer selbst mit den offiziellen Kanälen ab, bevor du Token kaufst: Gefälschte Token mit gleichem Namen sind bei kleinen Projekten ein bekanntes Risiko.

Ist Lumira ein durch Schweizer Franken gedeckter Stablecoin?

Nach heutigem Stand nein – auch wenn Lumira oft so dargestellt wird wie im Titelbild dieses Artikels: als „Stablecoin“ mit Schweizer Franken und Alpenkulisse. Die Aussagen des Projekts widersprechen sich:

  • Früher: In einem Beitrag auf LinkedIn, der rund sieben Monate alt ist, bezeichnete Mirex Network Lumira als durch den Schweizer Franken gedeckten, stabilen Vermögenswert.
  • In der App-Beschreibung bei Google Play (aktualisiert am 6. Oktober 2026) heißt es weiterhin „Lumira Stable Coin“ und „stabile Community-Münze“. Über tokenisierte Airdrops sollen Nutzer dort sogar Unternehmensanteile und Dividenden erhalten.
  • Auf der Website heißt Lumira dagegen „Utility-Token“. Er vermittle weder Eigentum noch ein Recht auf Rücktausch, Dividenden, Gewinnbeteiligung oder einen garantierten Wert.

Für dich zählt die rechtlich vorsichtigste Aussage, also die der Website: Es gibt keinen Anspruch, Lumira gegen Schweizer Franken oder andere Werte einzutauschen. Belege für Franken-Reserven – etwa eine Bank, die sie verwahrt, oder geprüfte Reserveberichte – haben wir nicht gefunden.

Was ein echter Franken-Stablecoin bräuchte

Ein Kryptowert, dessen Wert durch Bezug auf eine einzige staatliche Währung stabil gehalten werden soll, ist nach der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCAR) ein E-Geld-Token. Das gilt auch für den Schweizer Franken, weil er als amtliche Währung von einer Zentralbank ausgegeben wird. Solche Token dürfen in der EU nur Kreditinstitute oder E-Geld-Institute ausgeben; die zugelassenen Emittenten führt die europäische Wertpapieraufsicht ESMA in einem Register. In diesem Register sowie in den ESMA-Listen der Kryptowerte-Whitepaper und der Krypto-Dienstleister fanden wir am 8. Oktober 2026 keinen Eintrag zu Mirex, Lumira oder Northstar Digital Assets.

In der Schweiz hat die Finanzmarktaufsicht FINMA in ihrer Aufsichtsmitteilung 06/2024 beschrieben, welche Risiken sie bei Stablecoins sieht – etwa bei Ausfallgarantien von Banken, beim Schutz der Inhaber und bei der Geldwäsche.

Lumira „minen“: Was bringt das App-Mining?

In der App startest du sogenannte Mining-Sitzungen und erhältst dafür Lumira gutgeschrieben, zeitweise auch mit „Boostern“, die mehr Lumira bringen. Mit Bitcoin-Mining hat das technisch nichts zu tun: Dein Smartphone sichert dabei kein Blockchain-Netzwerk ab. Es handelt sich um ein Belohnungssystem innerhalb der App.

Entscheidend ist: Das Guthaben in der App ist bisher nur ein Kontostand beim Anbieter. Es gibt noch keinen Markt für Lumira, keinen Kurs und keinen Termin, ab dem du die Token in eine eigene Wallet übertragen oder verkaufen kannst. Ob dein Guthaben jemals etwas wert sein wird, ist offen. Es kann auch null sein.

Wann kommt Lumira auf den Markt?

Ein Datum gibt es nicht. Die Angaben dazu sind verschieden:

  • Die Website nennt die erste Freigabe „nach 10 erfolgreichen Airdrops“.
  • Die Roadmap im Telegram-Kanal führt die erste Lumira-Freigabe als fünften Schritt – nach der Einführung der Identitätsprüfung (KYC), Funktionen zur spielerischen Finanzierung realer Projekte, Veranstaltungen mit Partnern und Marketing.
  • Am 7. Oktober 2026 kündigte das Projekt an, erste Testplätze für die Identitätsprüfung über eine „Spin & Win“-Funktion in der App zu verlosen. Ein Starttermin für alle Nutzer wurde nicht genannt.

Chancen und Risiken im Überblick

Was für das Projekt sprichtWas du kritisch sehen solltest
eingetragene Aktiengesellschaft in ZugToken-Ausgabe über eine Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln
von OVHcloud und Dysnix dokumentierte Technikarbeitwidersprüchliche Aussagen zu Lumira: „Stable Coin“ in der App, kein garantierter Wert auf der Website
MRX ist handelbar, Vertragsadresse öffentlichMRX 58 % unter dem Verkaufspreis, sehr geringe Liquidität
App kostenlos nutzbarLumira bisher ohne Markt, ohne Termin und ohne Anspruch auf Auszahlung
keine Warnung von FINMA oder BaFin gefundenkein Kryptowerte-Whitepaper im EU-Register gefunden

Dass wir keine Warnung gefunden haben, ist keine Entwarnung: Die Warnlisten erfassen nur Anbieter, zu denen der Aufsicht Hinweise vorliegen. Auf der Warnliste der FINMA (2.372 Einträge) und in der Suche der BaFin gab es am 8. Oktober 2026 keinen Treffer zu Mirex oder Lumira.

So prüfst du Krypto-Projekte wie Mirex selbst

  1. Emittenten ermitteln: Wer gibt den Token aus und wo sitzt diese Gesellschaft? Das ist nicht immer die Firma, mit der geworben wird.
  2. Register prüfen: Handelsregister, die Unternehmensdatenbank der BaFin und das MiCA-Register der ESMA.
  3. Versprechen mit dem Kleingedruckten vergleichen: Werbung („stabil“, „Dividenden“) und rechtliche Hinweise müssen zusammenpassen.
  4. Markt anschauen: Kurs, Handelsvolumen und Liquidität zeigen Börsen-Datenseiten wie DexScreener oder CoinGecko.
  5. Nie für eine Auszahlung bezahlen: Gebühren, „Steuern“ oder Verifizierungsentgelte vorab sind ein typisches Warnsignal bei Krypto-Angeboten.
  6. Sensible Daten schützen: Gib deine Seed-Phrase niemals weiter und lade Ausweisdokumente nur in der offiziellen App hoch – nicht über Links aus Gruppen oder Direktnachrichten.

Anders als Geld auf einem Bankkonto sind Kryptowerte nicht durch die Einlagensicherung geschützt. Wer Vermögen aufbauen möchte, findet im Ratgeber Geld anlegen für Anfänger einen Überblick über die Grundlagen.

Steuern: Was gilt für MRX und Lumira?

Verkaufst du MRX innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn, ist das ein privates Veräußerungsgeschäft; steuerfrei bleibt es, wenn alle solchen Gewinne im Jahr unter 1.000 € liegen. Für Lumira aus der App ist die Lage unklarer: Bei Airdrops kommt es nach dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums darauf an, ob du dafür eine Leistung erbracht hast – dann können sonstige Einkünfte vorliegen. Solange Lumira nicht übertragbar ist, hast du ihn noch nicht frei zur Verfügung. Halte fest, wann und wie viele Token du später tatsächlich erhältst. Die Regeln im Detail erklärt unser Ratgeber zur Krypto-Steuer; für deinen Fall frag eine Steuerberatung.

Häufige Fragen

Ist Mirex Network seriös?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt eine eingetragene Gesellschaft in Zug und dokumentierte Technikarbeit. Gleichzeitig widersprechen sich die Aussagen zu Lumira, die Token kommen von einer Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln, und MRX notiert weit unter dem Verkaufspreis. Warnungen von FINMA oder BaFin haben wir nicht gefunden.

Wie viel ist Lumira wert?

Derzeit gibt es keinen Marktpreis, weil Lumira nirgends gehandelt wird. Ein Guthaben in der App hat deshalb keinen feststellbaren Wert.

Kann ich Lumira auszahlen lassen?

Nein, nicht zum Stand 8. Oktober 2026. Die Freigabe hängt an Meilensteinen wie der Identitätsprüfung; ein Termin steht nicht fest.

Ist Lumira durch Schweizer Franken gedeckt?

Das wurde früher so beworben. Die aktuelle Website schließt einen garantierten Wert und Rücktauschrechte aber ausdrücklich aus, und Belege für Franken-Reserven gibt es nicht.

Ist Mirex (MRX) dasselbe wie Mira (MIRA) bei Binance?

Nein. MIRA gehört zu einem anderen Projekt, einem Netzwerk zur Prüfung von KI-Ergebnissen. Mirex Network nannte seine eigene Münze früher zwar „MIRA Coin“, gemeint ist heute aber MRX.

Wo wird MRX gehandelt?

Laut DexScreener nur auf der dezentralen Börse PancakeSwap auf der BNB Smart Chain. Bei CoinGecko war MRX am 8. Oktober 2026 noch nicht gelistet. Eine Notierung an einer großen zentralen Börse nennt das Projekt als Ziel.