Lastschrift zurückbuchen: 8 Wochen ohne Grund, 13 Monate bei fehlendem Mandat
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Eine SEPA-Basislastschrift kannst du innerhalb von acht Wochen nach der Belastung ohne Angabe von Gründen von deiner Bank zurückbuchen lassen (§ 675x BGB). Wurde ohne gültiges Mandat abgebucht, also ohne deine Erlaubnis, hast du bis zu 13 Monate Zeit (§§ 675u, 676b BGB). Die Bank muss den Betrag mit Wertstellung zum Tag der Belastung erstatten. Wichtig: Die Rückbuchung holt nur das Geld zurück – eine berechtigte Forderung des Empfängers bleibt bestehen, und er kann dir die Kosten der Rücklastschrift in Rechnung stellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Autorisierte SEPA-Basislastschrift: Rückgabe acht Wochen ab Belastung, ohne Begründung.
- Nicht autorisierte Abbuchung (kein Mandat): Erstattung bis 13 Monate nach der Belastung.
- Die Bank muss innerhalb von zehn Geschäftstagen erstatten oder die Ablehnung begründen.
- Bei der SEPA-Firmenlastschrift zwischen Unternehmen ist eine Rückgabe in der Regel ausgeschlossen.
Welche Frist gilt?
| Situation | Frist | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Du hast ein SEPA-Mandat erteilt, willst aber das Geld zurück | 8 Wochen ab Belastung | § 675x Abs. 2 und 4 BGB |
| Ohne gültiges Mandat abgebucht (nicht autorisiert) | 13 Monate ab Belastung | §§ 675u, 676b Abs. 2 BGB |
| Betrag höher als erwartet, ohne festen Betrag autorisiert | 8 Wochen | § 675x Abs. 1 BGB |
Bei einer nicht autorisierten Zahlung musst du deine Bank unverzüglich informieren, sobald du sie bemerkst (§ 676b Abs. 1 BGB). Die 13-Monats-Frist beginnt erst, wenn die Bank dich über die Buchung informiert hat, etwa über den Kontoauszug.
So buchst du eine Lastschrift zurück
- Im Onlinebanking die Buchung auswählen und „Lastschrift zurückgeben“ oder ähnlich wählen. Viele Banken bieten das auch in der App, am Telefon oder in der Filiale an.
- Erstattung: Die Bank muss innerhalb von zehn Geschäftstagen den vollen Betrag erstatten oder die Ablehnung begründen und auf Beschwerde- und Schlichtungsmöglichkeiten hinweisen (§ 675x Abs. 5 BGB). Innerhalb der Acht-Wochen-Frist bei einer SEPA-Basislastschrift darf sie die Erstattung nicht ablehnen.
- Wertstellung: Die Gutschrift erfolgt spätestens mit Wertstellung zum Geschäftstag der Belastung (§ 675x Abs. 1 Satz 2 BGB) – Dispozinsen, die durch die Abbuchung entstanden sind, entfallen damit.
- Empfänger informieren: Teile dem Zahlungsempfänger mit, warum du zurückgebucht hast, und kläre die Forderung.
Was die Rückgabe kostet und welche Folgen sie hat
- Deine Bank darf für die Erstattung kein Entgelt verlangen: Für Nebenpflichten aus dem Zahlungsdiensterecht ist ein Entgelt nur erlaubt, wo das Gesetz es ausdrücklich zulässt (§ 675f Abs. 5 BGB), und bei der Lastschrifterstattung tut es das nicht.
- Der Zahlungsempfänger muss Gebühren seiner Bank für die Rücklastschrift zahlen. War die Forderung berechtigt, kann er diese tatsächlichen Kosten von dir als Schaden verlangen – pauschale Bearbeitungsgebühren dagegen nicht ohne Weiteres.
- Die Schuld bleibt: Mit der Rückbuchung zahlst du nicht. Der Empfänger kann mahnen, Verzugszinsen verlangen und die Forderung an ein Inkassounternehmen geben. Was dann zu prüfen ist, steht im Ratgeber zum Inkasso-Brief.
- Vertrag: Bei Verträgen wie Strom, Handy oder Versicherung kann eine Rücklastschrift ohne Grund zu Zahlungsverzug und im Extremfall zur Kündigung oder zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.
Zurückbuchen ist also das richtige Werkzeug, wenn ohne deine Erlaubnis oder ein falscher Betrag abgebucht wurde – nicht, um eine berechtigte Rechnung zu umgehen.
Wann die Rückgabe nicht geht
- Überweisungen – auch Echtzeitüberweisungen – sind keine Lastschriften und lassen sich nicht zurückbuchen. Hast du dich vertan oder bist auf einen Betrug hereingefallen, kann die Bank höchstens versuchen, das Geld beim Empfänger zurückzuholen. Mehr dazu im Ratgeber Phishing: Geld zurück von der Bank.
- SEPA-Firmenlastschrift: Sie ist für Zahlungen zwischen Unternehmen gedacht. Weil der Zahler das Mandat zusätzlich seiner eigenen Bank bestätigt, darf die Erstattung vertraglich ausgeschlossen werden (§ 675x Abs. 3 BGB) – die Bedingungen der Banken für Firmenlastschriften sehen das in der Regel vor.
- Kartenzahlungen mit der Girocard oder Kreditkarte laufen nach eigenen Regeln. Bei Kreditkarten gibt es teils ein Rückbuchungsverfahren (Chargeback) über die Bank.
- Nach Fristablauf: Nach acht Wochen ist eine autorisierte Lastschrift nur noch über den Empfänger zurückzubekommen.
Lastschrift sperren
Du kannst bei deiner Bank Lastschriften eines bestimmten Gläubigers sperren lassen oder Lastschriften auf einen Höchstbetrag begrenzen. Ein erteiltes SEPA-Mandat widerrufst du gegenüber dem Zahlungsempfänger. Wer Gebühren und Funktionen vergleicht, findet Tipps im Ratgeber Girokonto vergleichen.
Häufige Fragen
Wie lange kann ich eine Lastschrift zurückbuchen?
Acht Wochen ab Belastung ohne Begründung, bei Abbuchung ohne Mandat bis zu 13 Monate.
Ist das Zurückbuchen einer Lastschrift strafbar?
Das Recht zur Rückgabe innerhalb von acht Wochen ist gesetzlich vorgesehen. Die Rückbuchung ändert aber nichts an einer berechtigten Forderung: Du musst sie trotzdem bezahlen und gegebenenfalls Rücklastschriftkosten ersetzen.
Kostet die Rückgabe einer Lastschrift Gebühren?
Deine Bank darf für die Erstattung kein Entgelt verlangen. Der Zahlungsempfänger kann dir bei einer berechtigten Forderung seine tatsächlichen Bankkosten in Rechnung stellen.
Kann ich eine Überweisung zurückbuchen?
Nein. Überweisungen sind endgültig. Die Bank kann nur einen Rückruf versuchen, der Empfänger muss zustimmen.
Was ist, wenn die Bank die Erstattung ablehnt?
Bei einer SEPA-Basislastschrift innerhalb der acht Wochen darf sie das nicht. In anderen Fällen muss sie die Ablehnung begründen; du kannst dich an die Schlichtungsstelle deiner Bankengruppe oder die BaFin wenden.
Quellen
- § 675x BGB: Erstattungsanspruch bei Lastschriften
- § 675u BGB: Haftung bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen
- § 676b BGB: Anzeige und Ausschlussfrist 13 Monate
- § 675f Abs. 5 BGB: Entgelte für Nebenpflichten
- Verordnung (EU) Nr. 260/2012 (SEPA-Verordnung), Art. 5 Abs. 3: Lastschriften begrenzen und sperren


