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Auslandseinsatzentgelt: Wann deine Bank für Kartenzahlungen im Ausland extra kassieren darf

Fakten und Zahlen geprüft am

Das Auslandseinsatzentgelt ist eine Gebühr, meist ein Prozentsatz des Umsatzes, die Banken für Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen außerhalb des Euroraums bzw. in fremder Währung berechnen. Für Kartenzahlungen in Euro innerhalb der EU ist es nicht erlaubt: Nach der EU-Verordnung über grenzüberschreitende Zahlungen (VO (EU) 2021/1230) dürfen Banken dafür keine höheren Entgelte verlangen als für entsprechende Zahlungen im Inland. Ist das Bezahlen mit Karte in Deutschland kostenlos, ist es in Euro auch in Spanien, Italien oder Österreich kostenlos. Wie hoch das Auslandseinsatzentgelt für Zahlungen in Dollar, Pfund oder Kronen ist, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank.

Das Wichtigste in Kürze

  • Euro-Kartenzahlungen in der EU: gleiche Kosten wie im Inland, also kein Auslandseinsatzentgelt.
  • Fremde Währung oder Länder außerhalb der EU: Auslandseinsatzentgelt möglich, wenn es im Preisverzeichnis steht.
  • Monaco, San Marino und der Vatikan zahlen in Euro, gehören aber nicht zur EU – dort können Gebühren anfallen.
  • Sofortumrechnung in Euro am Automaten oder an der Kasse ablehnen – sie ist meist teurer.

Was die EU-Verordnung vorschreibt

Artikel 3 der Verordnung (EU) 2021/1230 verpflichtet Zahlungsdienstleister, für grenzüberschreitende Zahlungen in Euro die gleichen Entgelte zu erheben wie für entsprechende Inlandszahlungen in gleicher Höhe. Ausgenommen sind ausdrücklich Entgelte für die Währungsumrechnung. Daraus folgt:

Wann ein Auslandseinsatzentgelt zulässig ist
SituationAuslandseinsatzentgelt?
Kartenzahlung in Euro in einem EU-Landnein, nicht mehr als im Inland
Kartenzahlung in Euro in Monaco, San Marino, Vatikanmöglich, Preisverzeichnis prüfen
Kartenzahlung in fremder Währung, z. B. Polen, Tschechien, Schwedenja, wenn vereinbart
Kartenzahlung außerhalb Europas, z. B. USA, Türkei, Thailandja, wenn vereinbart

Entscheidend ist also die Währung: Auch innerhalb der EU kann eine Zahlung in Złoty, Kronen oder Forint ein Auslandseinsatzentgelt auslösen. Ob deine Bank zusätzlich bei Euro-Zahlungen außerhalb der EU oder bei Online-Käufen bei Händlern mit Sitz außerhalb der EU etwas berechnet, regelt ihr Preis- und Leistungsverzeichnis.

Geldabheben im Ausland

Auch beim Abheben von Euro in einem EU-Land darf deine Bank grundsätzlich nicht mehr verlangen als für eine entsprechende Abhebung im Inland. Kostenlos ist es deshalb nicht automatisch: Kostet schon das Abheben an einem fremden Automaten in Deutschland etwas, fällt oft auch im Ausland ein Entgelt an. Zusätzlich kann der Betreiber des Geldautomaten eine eigene Gebühr verlangen, die vor der Auszahlung angezeigt werden soll. In fremder Währung kommen das Auslandseinsatzentgelt und gegebenenfalls eine Mindestgebühr pro Abhebung hinzu.

Rechenbeispiel

Angenommen, deine Bank berechnet ein Auslandseinsatzentgelt von 1,75 % und du gibst im USA-Urlaub umgerechnet 1.000 € mit der Karte aus. Dann zahlst du 17,50 € extra. Hebst du außerdem dreimal Dollar ab und deine Bank verlangt pro Abhebung zusätzlich eine Mindestgebühr, summiert sich das schnell. Bei einer Karte ohne Auslandseinsatzentgelt würden diese Kosten entfallen; es bleibt nur der Wechselkurs. Ob ein Betrag in Euro dem tatsächlichen Kurs entspricht, kannst du mit dem Währungsrechner nachprüfen.

Transparenz: Aufschlag auf den EZB-Referenzkurs

Artikel 4 der Verordnung (EU) 2021/1230 verlangt, dass Banken Entgelte für die Währungsumrechnung bei Kartenzahlungen und Abhebungen als prozentualen Aufschlag auf die aktuellen Euro-Referenzwechselkurse der Europäischen Zentralbank angeben – und zwar vor der Zahlung. Zahlst du mit der Karte in einer anderen EU-Währung, muss dir die Bank nach Eingang des Zahlungsauftrags unverzüglich eine kostenlose elektronische Mitteilung mit diesen Angaben schicken, etwa per SMS, E-Mail oder App – einmal pro Monat und Währung. Du kannst darauf verzichten.

Die teure Falle: Sofortumrechnung

Am Automaten oder an der Kasse wird oft angeboten, den Betrag „sofort in Euro“ abzurechnen, manchmal mit „garantiertem Kurs“ oder „ohne Gebühr“. Diese sogenannte dynamische Währungsumrechnung enthält meist einen erheblichen Kursaufschlag. BaFin und Verbraucherzentralen raten: in Landeswährung bezahlen bzw. abheben und die Umrechnung der eigenen Bank überlassen.

So vermeidest du Gebühren auf Reisen

  1. Preisverzeichnis lesen: Suche nach „Auslandseinsatzentgelt“ oder „Fremdwährung“ – dort steht, was deine Karte außerhalb des Euroraums kostet.
  2. Passende Karte mitnehmen: Einige Banken bieten Kredit- oder Debitkarten ohne Auslandseinsatzentgelt an. Welche Kartenarten es gibt, steht im Ratgeber Kreditkarte, Debitkarte, Girocard.
  3. Seltener, dafür mehr abheben: Fixe Gebühren pro Abhebung fallen dann weniger ins Gewicht.
  4. Immer in Landeswährung zahlen: Sofortumrechnung ablehnen.
  5. Konto vergleichen: Wer oft außerhalb des Euroraums unterwegs ist, sollte die Kosten beim Girokonto-Vergleich berücksichtigen.

Häufige Fragen

Fällt in Österreich, Spanien oder Italien ein Auslandseinsatzentgelt an?

Nein, nicht für Kartenzahlungen in Euro. Sie dürfen nicht mehr kosten als eine entsprechende Zahlung in Deutschland.

Wie hoch ist das Auslandseinsatzentgelt?

Das legt jede Bank selbst fest, meist als Prozentsatz des Umsatzes. Der Wert steht im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Gilt das Auslandseinsatzentgelt auch für Debitkarten?

Ja, wenn die Bank es für die Karte vereinbart hat. Das gilt für Kredit-, Debit- und Girocards gleichermaßen.

Was ist der EZB-Referenzkurs?

Der Euro-Referenzwechselkurs, den die Europäische Zentralbank täglich veröffentlicht. Banken müssen ihre Umrechnungsentgelte bei Kartenzahlungen als Aufschlag darauf angeben, damit du Angebote vergleichen kannst.