Kreditvermittler: Was sie kosten dürfen, woran du seriöse erkennst und was sich 2026 ändert
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Ein Kreditvermittler bringt dich mit einer Bank zusammen, die dir einen Kredit gibt; den Kreditvertrag schließt du mit der Bank. Häufig wird der Vermittler von der Bank bezahlt. Vereinbarst du mit ihm selbst eine Vergütung, ist dieser Darlehensvermittlungsvertrag nur wirksam, wenn er schriftlich und getrennt vom Kreditantrag geschlossen wird (§ 655b BGB), und zahlen musst du nur, wenn der Kredit tatsächlich ausgezahlt wurde und du ihn nicht mehr widerrufen kannst (§ 655c BGB). Andere Entgelte darf der Vermittler nicht verlangen, nur erforderliche Auslagen bis zu einem vorher mitgeteilten Höchstbetrag (§ 655d BGB). Wer Gebühren im Voraus will – für „Bearbeitung“, „Bonitätsprüfung“ oder eine Versicherung vor der Auszahlung –, verstößt damit gegen das Gesetz oder ist ein Betrüger. Gewerbliche Kreditvermittler brauchen eine Erlaubnis, bisher nach § 34c Gewerbeordnung, ab dem 20. November 2026 nach dem neuen § 34k mit Eintrag in ein öffentliches Register.
Das Wichtigste in Kürze
- Vergütung vom Verbraucher nur nach Auszahlung und Ablauf der Widerrufsfrist.
- Keine Vorkosten, keine weiteren Gebühren außer vorher genannten Auslagen.
- Vor Vertragsschluss muss der Vermittler Vergütung, Provision von der Bank und seine Bindung an Banken offenlegen.
- Ab 20.11.2026: Erlaubnis nach § 34k GewO und Registrierung, Übergangsfrist für Altvermittler bis 31.05.2027.
Was der Vermittler dir offenlegen muss
Bevor du einen Vermittlungsvertrag schließt, muss der Vermittler dich auf einem dauerhaften Datenträger, etwa per E-Mail oder PDF, informieren über (Art. 247 § 13 Abs. 2 EGBGB):
- die Höhe der Vergütung, die er von dir verlangt,
- ob er von der Bank oder einem anderen Dritten ein Entgelt oder sonstige Anreize bekommt, und gegebenenfalls wie viel,
- ob er nur für eine oder bestimmte Banken arbeitet oder unabhängig ist,
- weitere Nebenentgelte oder einen Höchstbetrag dafür.
Außerdem muss der Vermittler dir den Kredit so erläutern wie die Bank selbst (§ 655a Abs. 2 BGB). Im Kreditvertrag stehen Name und Anschrift des beteiligten Vermittlers. Kosten für die Vermittlung, die der Bank bekannt sind, gehören in den effektiven Jahreszins (§ 16 Abs. 3 Nr. 1 PAngV) – vergleiche Angebote deshalb immer über den Effektivzins, wie im Ratgeber Kreditvergleich erklärt.
Beispiel: Mia beantragt über einen Vermittler einen Kredit über 8.000 €. Der Vermittler schickt ihr vorab ein PDF: Er verlangt von ihr nichts, erhält aber von der Bank eine Provision und arbeitet mit mehreren Banken zusammen. Das ist zulässig. Ein anderer Anbieter will vorher 79 € „Bearbeitungsgebühr“ per Nachnahme – das darf er nicht: Zahlen müsste Mia höchstens eine vereinbarte Vergütung, und auch die erst nach Auszahlung und Ablauf der Widerrufsfrist.
Sonderfall Umschuldung
Vermittelt jemand wissentlich einen Kredit, mit dem du einen anderen ablöst, bekommt er eine Vergütung von dir nur, wenn sich der effektive Jahreszins dadurch nicht erhöht; die Vermittlungskosten zählen dabei für den abzulösenden Kredit nicht mit (§ 655c Satz 2 BGB). Ob sich eine Umschuldung lohnt, erklärt der Ratgeber Umschuldung.
Erlaubnis und Register
| Zeitraum | Regel |
|---|---|
| bis 19. November 2026 | Erlaubnis nach § 34c GewO für die gewerbsmäßige Vermittlung von Darlehensverträgen; Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i GewO mit Eintrag im Vermittlerregister |
| ab 20. November 2026 | neue Erlaubnis als Darlehensvermittler nach § 34k GewO mit Registrierung im Vermittlerregister |
| Übergang | Inhaber einer § 34c-Erlaubnis müssen bis 31. Mai 2027 die neue Erlaubnis beantragen; die alte gilt bis zur Entscheidung, längstens bis 19. November 2027 |
Frag einen Vermittler nach seiner Erlaubnis und der ausstellenden Behörde. Vorsicht bei Anbietern ohne Impressum, mit Sitz im Ausland, die einen Kredit „ohne Prüfung“ versprechen oder Vorauszahlungen verlangen – Warnsignale beschreibt der Ratgeber Kredit ohne SCHUFA.
Häufige Fragen
Was kostet ein Kreditvermittler?
Oft nichts direkt, weil die Bank eine Provision zahlt. Verlangt der Vermittler eine Vergütung von dir, musst du sie erst zahlen, wenn der Kredit ausgezahlt und nicht mehr widerrufbar ist.
Darf ein Kreditvermittler Vorkosten verlangen?
Nein. Außer der erfolgsabhängigen Vergütung darf er kein Entgelt vereinbaren, nur erforderliche Auslagen bis zu einem vorher genannten Höchstbetrag.
Wie erkenne ich einen seriösen Kreditvermittler?
An vollständigen Vorabinformationen zu Vergütung, Provision und Bankbindung, einer Gewerbeerlaubnis, einem vollständigen Impressum und daran, dass er kein Geld vor der Auszahlung verlangt.
Sind Kreditvergleichsportale Kreditvermittler?
Wenn sie Kredite gegen eine Vergütung vermitteln, ja. Dann gelten für sie dieselben Informationspflichten.
