EZB-Leitzins aktuell: 2,50 % Einlagesatz seit 16. September 2026 – Termine und Folgen für Sparer und Kreditnehmer
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Der EZB-Rat hat am 10. September 2026 alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Seit dem 16. September 2026 gelten: Einlagefazilität 2,50 %, Hauptrefinanzierungsgeschäfte 2,65 % und Spitzenrefinanzierungsfazilität 2,90 %. Es war die zweite Erhöhung in diesem Jahr – schon im Juni war der Einlagesatz von 2,00 % auf 2,25 % gestiegen. Als Grund nennt die EZB den Konflikt im Nahen Osten, der die Inflation weiter antreibt. Der nächste Zinsentscheid ist am 29. Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Einlagesatz 2,50 %, Hauptrefinanzierungssatz 2,65 %, Spitzenrefinanzierungssatz 2,90 % (seit 16.09.2026).
- Für Sparer ist der Einlagesatz der wichtigste Wert, für Kreditnehmer eher der Hauptrefinanzierungssatz.
- Nächste Zinsentscheide: 29. Oktober 2026, 17. Dezember 2026, 4. Februar 2027.
- Die EZB legt sich nicht im Voraus fest, sondern entscheidet von Sitzung zu Sitzung.
Die drei Leitzinsen der EZB
| Zinssatz | Höhe | Wofür er steht |
|---|---|---|
| Einlagefazilität | 2,50 % | Zins, den Banken für über Nacht bei der Notenbank geparktes Geld bekommen |
| Hauptrefinanzierungsgeschäfte | 2,65 % | Zins, zu dem sich Banken für eine Woche Geld bei der Notenbank leihen |
| Spitzenrefinanzierungsfazilität | 2,90 % | Zins für kurzfristige Übernachtkredite der Notenbank |
Weil die Banken im Euroraum seit Jahren viel überschüssige Liquidität haben, steuert die EZB die Geldmarktzinsen vor allem über den Einlagesatz. An ihm orientieren sich der Tagesgeldmarkt und Geldmarktfonds besonders eng.
Warum die EZB die Zinsen erhöht hat
Die EZB hat den Auftrag, die Preise stabil zu halten; als Ziel gilt eine Inflation von 2 % auf mittlere Sicht. Höhere Leitzinsen verteuern Kredite und machen Sparen attraktiver. Das dämpft die Nachfrage und damit den Preisauftrieb. In ihren Projektionen vom September 2026 erwartet die EZB für den Euroraum eine Inflation von 3,0 % im Jahr 2026, 2,5 % im Jahr 2027 und 2,1 % im Jahr 2028. In Deutschland lag die Rate im September 2026 bei 3,3 % – mehr dazu unter Inflation in Deutschland.
Die nächsten Zinsentscheide
| Sitzung | Bekanntgabe |
|---|---|
| 28./29. Oktober 2026 | 29. Oktober 2026 |
| 16./17. Dezember 2026 | 17. Dezember 2026 |
| 3./4. Februar 2027 | 4. Februar 2027 |
| 17./18. März 2027 | 18. März 2027 |
| 28./29. April 2027 | 29. April 2027 |
| 9./10. Juni 2027 | 10. Juni 2027 |
Ob die Zinsen weiter steigen, ist offen. Die EZB betont, dass sie sich auf keinen Zinspfad festlegt und anhand der aktuellen Daten entscheidet.
Was der Leitzins für dich bedeutet
- Tagesgeld: Banken müssen höhere Leitzinsen nicht weitergeben. Viele Angebote steigen nur verzögert oder gar nicht. Vergleichen lohnt sich – siehe Tagesgeld.
- Festgeld: Neue Festgeldangebote reagieren oft schneller, weil Banken sich das Geld für eine feste Zeit sichern.
- Geldmarkt-ETF: Die Rendite folgt dem kurzfristigen Geldmarktzins und damit fast unmittelbar dem Einlagesatz.
- Dispo und variable Kredite: Sie können nach einer Erhöhung teurer werden, wenn der Vertrag an einen Referenzzins gekoppelt ist.
- Baufinanzierung: Lange Zinsbindungen hängen stärker an den Kapitalmarktzinsen als am Leitzins. Wie die Bauzinsen aktuell stehen, steht im Ratgeber Bauzinsen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der EZB-Leitzins aktuell?
Seit dem 16. September 2026 liegt der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 %, der Einlagesatz bei 2,50 % und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 %.
Wann ist der nächste EZB-Zinsentscheid?
Am 29. Oktober 2026, danach am 17. Dezember 2026 und am 4. Februar 2027.
Welcher Leitzins ist für Sparer wichtig?
Der Einlagesatz. An ihm orientieren sich die Geldmarktzinsen und damit auch Tagesgeld- und Festgeldangebote.
Steigen die Bauzinsen, wenn die EZB den Leitzins erhöht?
Nicht automatisch. Für lange Zinsbindungen sind vor allem die Renditen langlaufender Anleihen wichtig, die auch von Inflationserwartungen abhängen.


