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Geldanlage

Silber kaufen: Barren oder Münzen? Warum die Mehrwertsteuer den Unterschied macht – und wann Gewinne steuerfrei sind

Fakten und Zahlen geprüft am

Hinweis zu Steuerthemen: Wir sind keine Steuerberater und leisten keine Steuerberatung. Dieser Artikel beruht auf unserer sorgfältigen Recherche in öffentlich zugänglichen Quellen wie Gesetzestexten und Veröffentlichungen der Finanzverwaltung und gibt unsere Einschätzung wieder. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall: Lass deine persönliche Steuersituation bitte von einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein prüfen, bevor du handelst. Mehr dazu.

Silber ist kein Anlagegold: Die Umsatzsteuerbefreiung des § 25c UStG gilt nur für Gold. Wer Silberbarren kauft, zahlt deshalb den Regelsatz von 19 % Umsatzsteuer. Für Edelmetalle wie Silber in Barrenform ist auch die Differenzbesteuerung ausgeschlossen (§ 25a Abs. 1 Nr. 3 UStG). Silbermünzen gehören dagegen nicht zu den ausgeschlossenen Edelmetall-Positionen; Händler können sie unter den Voraussetzungen des § 25a UStG differenzbesteuert verkaufen – dann wird nur die Marge zwischen Ein- und Verkaufspreis besteuert, und auf der Rechnung ist keine Umsatzsteuer ausgewiesen. Beim späteren Verkauf gilt für Privatleute wie bei Gold: Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei (§ 23 EStG).

Das Wichtigste in Kürze

  • Silberbarren: 19 % Umsatzsteuer, keine Differenzbesteuerung.
  • Silbermünzen: oft differenzbesteuert, dadurch meist günstigere Aufschläge als bei Barren.
  • Gewinne nach über einem Jahr Haltedauer steuerfrei, sonst Freigrenze 1.000 € für alle privaten Veräußerungsgewinne.
  • Barzahlung beim Händler ab 2.000 €: Identifizierung nach dem Geldwäschegesetz.

Barren oder Münzen?

Silber kaufen im Vergleich
SilberbarrenSilbermünzen (Anlagemünzen)
Umsatzsteuer19 %, auf der Rechnung ausgewiesenhäufig differenzbesteuert: Steuer nur auf die Händlermarge, nicht ausgewiesen
Rechtsgrundlage§ 12 Abs. 1 UStG; § 25a Abs. 1 Nr. 3 schließt Differenzbesteuerung aus§ 25a UStG, wenn die Voraussetzungen beim Händler vorliegen
Stückelungvon wenigen Gramm bis 1 kg und mehrmeist 1 Unze (31,1 g)
WiederverkaufHändler kauft zum Ankaufspreis zurück, ohne die gezahlte Umsatzsteuer zu erstattenbekannte Münzen lassen sich leicht verkaufen

Ob eine Münze differenzbesteuert verkauft wird, steht im Angebot oder auf der Rechnung. Für Privatanleger ist das wichtig, denn die Umsatzsteuer bekommen sie beim Wiederverkauf nicht zurück: Ein Silberbarren muss erst um die 19 % im Wert steigen, bevor überhaupt die Gewinnzone erreicht ist.

Rechenbeispiel: Angenommen, der reine Silberwert eines Barrens beträgt 1.000 €. Mit 19 % Umsatzsteuer zahlst du – ohne Händleraufschlag – 1.190 €. Kauft der Händler den Barren später zum Silberwert zurück, steht dein Verlust bei 190 €, solange der Silberpreis nicht steigt. Bei differenzbesteuerten Münzen ist der Aufschlag in der Regel geringer, weil nur die Händlermarge besteuert wird. Die Zahlen sind ein Beispiel; Händleraufschläge und Rückkaufpreise unterscheiden sich.

Steuern beim Verkauf

Silber im Privatvermögen ist ein Wirtschaftsgut im Sinne der privaten Veräußerungsgeschäfte. Liegen zwischen Kauf und Verkauf mehr als zwölf Monate, ist der Gewinn steuerfrei. Verkaufst du früher, ist der Gewinn mit deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern – außer, alle privaten Veräußerungsgewinne des Jahres bleiben unter der Freigrenze von 1.000 € (§ 23 EStG). Wie das bei Gold und Gold-ETCs aussieht, erklärt der Ratgeber Gold und Steuern.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Seriöse Händler: Kaufe bei etablierten Edelmetallhändlern oder Banken; auffällig günstige Angebote auf Online-Marktplätzen können Fälschungen sein.
  • Ankaufs- und Verkaufspreis vergleichen: Der Abstand zwischen beiden Preisen zeigt, was der Kauf wirklich kostet.
  • Barzahlung: Edelmetallhändler müssen ihre Kunden ab einer Barzahlung von 2.000 € identifizieren (§ 10 Abs. 6a GwG). Zu Bargeldregeln allgemein siehe Bargeldobergrenze.
  • Lagerung: Silber braucht viel Platz. Zu Hause sind Edelmetalle über die Hausratversicherung oft nur begrenzt versichert; ein Bankschließfach kostet Gebühren.
  • Keine laufenden Erträge: Silber bringt weder Zinsen noch Dividenden. Der Preis schwankt stark, auch weil Silber ein Industriemetall ist.

Viele kaufen Edelmetalle als Schutz vor Geldentwertung. Wie sich die Inflation in Deutschland entwickelt, zeigt der Ratgeber Inflation.

Häufige Fragen

Ist Silber mehrwertsteuerfrei?

Nein. Silberbarren werden mit 19 % besteuert. Silbermünzen können differenzbesteuert verkauft werden; dann wird nur die Marge des Händlers besteuert.

Warum sind Silbermünzen oft günstiger als Barren?

Weil Münzen unter Umständen differenzbesteuert werden dürfen, Barren aber nicht. Bei Barren fällt die volle Umsatzsteuer auf den Silberwert an.

Muss ich Gewinne aus Silber versteuern?

Nur, wenn du innerhalb eines Jahres nach dem Kauf verkaufst und die Freigrenze von 1.000 € überschreitest.

Brauche ich beim Silberkauf einen Ausweis?

Bei Barzahlung ab 2.000 € muss der Händler dich identifizieren.